Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien haben ein Abkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. Das bestätigte das US-Energieministerium am Donnerstag. Der Vertrag sieht unter anderem die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Kernkraftwerken und die Lieferung von Brennstoffen vor.
Hintergrund des Abkommens
Das Abkommen ist Teil der Bemühungen der US-Regierung, die Beziehungen zu Saudi-Arabien zu vertiefen und gleichzeitig die Sicherheitsstandards im Nahen Osten zu erhöhen. Es erlaubt US-Unternehmen, sich an saudischen Atomprojekten zu beteiligen und Technologie zu transferieren. Der US-Kongress hat nun 90 Tage Zeit, um Einspruch zu erheben. Sollte der Kongress nicht widersprechen, tritt das Abkommen automatisch in Kraft.
Sorgen vor Wettrüsten
Demokratische Abgeordnete im Kongress äußerten jedoch Bedenken. Sie befürchten, dass das Abkommen ein atomares Wettrüsten im Nahen Osten auslösen könnte. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Saudi-Arabien die Möglichkeit erhält, Uran anzureichern, ohne strenge Kontrollen“, sagte ein Sprecher der Demokraten. Saudi-Arabien hat bisher nicht zugesagt, auf die Anreicherung von Uran und die Wiederaufbereitung von Brennstäben zu verzichten.
Reaktionen aus der Region
Israel hat sich bislang nicht offiziell geäußert, beobachtet die Entwicklung jedoch genau. Experten warnen, dass ein solches Abkommen andere Staaten in der Region dazu ermutigen könnte, ebenfalls Atomprogramme zu starten. Die USA betonen dagegen, dass das Abkommen strengen Nichtverbreitungsauflagen unterliege und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die Einhaltung überwachen werde.
Wirtschaftliche Aspekte
Für die US-Wirtschaft eröffnet der Vertrag neue Absatzmärkte. Amerikanische Konzerne wie Westinghouse könnten von Aufträgen im Milliardenwert profitieren. Saudi-Arabien plant den Bau von bis zu 16 Kernreaktoren bis 2040, um seine Abhängigkeit von Öl zu verringern. Das Abkommen könnte auch als Druckmittel in den Verhandlungen mit dem Iran dienen, so Analysten.



