Knapper Wahlausgang in Peru
Die konservative Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori hat die Stichwahl in Peru mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen liegt sie bei 50,11 Prozent, während ihr linksgerichteter Rivale Pedro Sanchez auf 49,89 Prozent kommt. Dies berichtete die peruanische Wahlbehörde am Mittwoch.
Sanchez erhebt schwere Vorwürfe
Sanchez erkannte das vorläufige Ergebnis nicht an und erhob Manipulationsvorwürfe. Er sprach von Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung und forderte eine vollständige Überprüfung der Stimmen. „Die Wahlbehörde hat nicht transparent gearbeitet. Wir werden alle legalen Mittel ausschöpfen, um die Stimmen der Peruaner zu schützen“, sagte Sanchez vor seinen Anhängern in Lima.
Internationale Beobachter äußern sich
Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte Wahlbeobachter entsandt. Diese erklärten, bisher keine Hinweise auf systematischen Betrug gefunden zu haben, mahnten aber zur Geduld bis zur offiziellen Bekanntgabe des Endergebnisses. Die OAS rief beide Lager zur Besonnenheit auf.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Unsicherheit über den Wahlausgang belastet die peruanische Wirtschaft. Der peruanische Sol verlor am Devisenmarkt an Wert, während die Limaer Börse leichte Verluste verzeichnete. Analysten warnen vor anhaltender politischer Instabilität, sollte Sanchez das Ergebnis nicht akzeptieren.
Hintergrund des Wahlkampfs
Der Wahlkampf war von tiefer politischer Polarisierung geprägt. Fujimori, Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, versprach wirtschaftliche Stabilität und einen harten Kurs gegen Kriminalität. Sanchez hingegen kündigte eine Reform des Gesundheits- und Bildungssystems sowie höhere Steuern für Reiche an.
Die Wahlbeteiligung lag bei rund 82 Prozent. Das endgültige amtliche Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.



