Ein Sonnenschirmverbot für Erwachsene sorgt an einem Strand auf Sardinien für hitzige Diskussionen. Die örtlichen Behörden haben für den Strand Punta Molentis in Villasimìus an der Südostküste der italienischen Insel strenge Auflagen erlassen. Diese Maßnahmen sind Teil einer Initiative zum Schutz der Umwelt, wie die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ und der britische „Guardian“ berichten.
Strenge Regeln für Badegäste
Besucher dürfen den Strand nur zwischen 8 und 20.30 Uhr betreten. Zudem ist ein Eintrittsgeld von zehn Euro pro Person fällig. Sonnenschirme dürfen ausschließlich von Familien mit Kindern unter zehn Jahren sowie von Menschen ab 65 Jahren aufgestellt werden – und zwar maximal ein Schirm pro Familie oder Person. Pavillons, Zelte und andere Schattenspender sind komplett verboten. Diese Regelungen gelten bis Ende Oktober.
Begründung: Schutz des fragilen Strandes
Die Gemeinde Villasimìus begründet die Maßnahmen mit dem Schutz des empfindlichen Strandes, dessen natürliche Schönheit bewahrt werden solle. Ein Waldbrand im vergangenen Jahr sowie „außergewöhnliche Meereswetterereignisse“ hätten sie zu diesem Schritt veranlasst. „Aus diesem Grund ist es notwendig, die menschlichen Auswirkungen zu begrenzen und den Schutz dieses Erbes für künftige Generationen sicherzustellen“, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.
Reaktionen: Unglauben und Spott
Bei Strandbesuchern stößt die Regelung auf wenig Verständnis. Online lösten die Auflagen eine Mischung aus Unglauben und Belustigung aus, wie der „Guardian“ berichtet. Viele äußerten zudem Sorgen über Gesundheitsrisiken wie Hautkrebs oder Hitzschlag. „Um einen Schirm aufzustellen, muss ich mir ein Kind mieten?“, fragte ein Kommentator auf der Facebook-Seite der Gemeinde. Ein anderer scherzte: „Also muss ich, um mit Sonnenschirm an den Strand zu gehen, entweder meinen Opa mitbringen oder bis morgen ein Kind bekommen?“
Boykott-Aufrufe und Alternativen
Einige riefen zum Boykott des Strandes Punta Molentis auf. Andere kündigten an, einfach an einen Strand zu gehen, an dem sie sich sicher vor der Sonne schützen könnten. Die Kontroverse zeigt, wie schwierig der Spagat zwischen Umweltschutz und den Bedürfnissen der Badegäste sein kann.



