Albanien: Proteste gegen Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn
In der albanischen Hauptstadt Tirana hat eine große Menschenmenge gegen ein Immobilienprojekt an der Adria-Küste demonstriert, hinter dem eine Firma des Schwiegersohns von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, steht. Die Menge zog vor das Amt des albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama und forderte einen Stopp des Bauvorhabens beim Ort Zvernec, wie die staatliche albanische Nachrichtenagentur ATA berichtete.
Naturschutzgebiet bedroht
Die projektierten Bauflächen gehören zum Naturschutzgebiet um die Lagune von Narta im Delta des Flusses Vjosa, einem der wichtigsten Feuchtgebiete in Albanien. Naturschützer befürchten, dass die geplante Errichtung von Luxushotels, Villenanlagen und Freizeiteinrichtungen auf einer Fläche von 45 Hektar das sensible Ökosystem im Vjosa-Delta nachhaltig beschädigen könnte. Dazu gehören etwa Rast- und Brutgebiete für Flamingos, Reiher und andere Vögel.
Zusammenstöße mit der Polizei
Am Rande der Kundgebung am Mittwochabend kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Diese setzte Wasserwerfer ein, um Demonstrierende abzudrängen. Über Festnahmen oder Verletzte wurde in den Medienberichten nichts bekannt.
Regierung hält an Plänen fest
In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN, aus dem albanische Medien zitierten, sagte Rama, die von den Demonstranten geäußerten Bedenken würden auf „Fehlinformationen und Falschmeldungen“ beruhen. Diese fänden Verbreitung über die sozialen Medien. Eine Einstellung des Projekts, wie sie die Demonstranten fordern, schloss er kategorisch aus.
Die Proteste in Tirana reihen sich in eine Welle von Demonstrationen gegen das Bauprojekt ein, die bereits seit Wochen anhalten. Umweltaktivisten und Anwohner fordern einen sofortigen Baustopp und den Erhalt des einzigartigen Ökosystems im Vjosa-Delta. Die albanische Regierung hingegen betont die wirtschaftlichen Vorteile des Projekts, das Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus fördern soll. Kritiker werfen der Regierung vor, den Naturschutz zugunsten von Investoren zu vernachlässigen.



