EU plant Ausschluss von Männern vom Flüchtlingsschutz für Ukrainer
EU will Männer vom Schutz für Ukrainer ausschließen

Die Europäische Union plant offenbar, wehrpflichtige ukrainische Männer vom Flüchtlingsschutz auszuschließen. Wie aus EU-Kreisen verlautet, liegen zwei konkrete Vorschläge auf dem Tisch, die den Schutzstatus auf Frauen und Kinder beschränken sollen. Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Ukraine und der Bedarf an Verteidigungskräften.

Zwei Vorschläge zur Einschränkung

Der erste Vorschlag sieht vor, dass Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren, die der Wehrpflicht unterliegen, keinen Anspruch auf vorübergehenden Schutz in der EU haben sollen. Der zweite Vorschlag ist restriktiver und möchte den Schutz grundsätzlich nur für Frauen und Kinder gewähren, unabhängig vom Alter der Männer. Beide Optionen würden eine Abkehr von der bisherigen Praxis bedeuten, die allen ukrainischen Flüchtlingen Schutz gewährt.

Reaktionen aus den Mitgliedstaaten

Die Vorschläge stoßen auf geteilte Meinungen. Während einige osteuropäische Staaten wie Polen und die baltischen Länder die Maßnahmen befürworten, zeigen sich westliche EU-Mitglieder wie Deutschland und Frankreich skeptisch. Sie verweisen auf humanitäre Verpflichtungen und die Gefahr, dass Männer in Kriegsgebiete zurückgeschickt werden. Die EU-Kommission betont jedoch, dass die Maßnahmen notwendig seien, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu unterstützen.

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Rechtliche Hürden

Juristen weisen auf mögliche Konflikte mit dem EU-Recht und der Genfer Flüchtlingskonvention hin. Der vorübergehende Schutz für Ukrainer basiert auf der EU-Richtlinie zum Massenzustrom, die eine Diskriminierung nach Geschlecht nicht vorsieht. Eine Änderung müsste daher einstimmig von den Mitgliedstaaten beschlossen werden. Die Debatte wird sich voraussichtlich auf dem nächsten EU-Gipfel im Dezember zuspitzen.

Auswirkungen auf die Ukraine

Die ukrainische Regierung hat die Diskussion begrüßt, da sie den Personalmangel in den Streitkräften lindern könnte. Allerdings warnen Menschenrechtsorganisationen vor Zwangsrepatriierungen. Bislang haben rund vier Millionen Ukrainer in der EU Schutz gefunden, darunter schätzungsweise eine Million Männer im wehrfähigen Alter.

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