Andy Burnham: 10 Fakten zum neuen britischen Premierminister
Andy Burnham: 10 Fakten zum neuen Premier

London – Machtwechsel in London: Andy Burnham (56) ist am Nachmittag von König Charles III. zum neuen Premierminister Großbritanniens ernannt worden. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Keir Starmer an und ist damit der siebte Regierungschef des Vereinigten Königreichs seit dem Brexit-Referendum 2016. Burnham, der in Manchester als „König des Nordens“ bekannt ist, bringt eine ungewöhnliche Biografie mit. Hier sind zehn Fakten über den neuen Premier.

1. Ehefrau mit TV-Vergangenheit

Burnhams Ehefrau Marie-France van Heel, geboren in den Niederlanden und aufgewachsen in Belgien, nahm als Studentin in Cambridge an der TV-Dating-Show „Blind Date“ teil. Am Ende der Sendung flog sie mit einem anderen Mann nach Gibraltar – obwohl sie bereits mit Burnham liiert war. Ihr TV-Date machte später Karriere bei den Konservativen. Das Paar hat drei erwachsene Kinder: einen Sohn und zwei Töchter.

2. Karriere als Fachjournalist

Burnham studierte englische Literatur und arbeitete nach dem Studium als Journalist für „Tank World“, ein Fachmagazin für Tankcontainer und Industrielogistik. Dieser Berufseinstieg unterscheidet ihn von vielen Politikern, die direkt nach dem Studium in die Politik gingen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

3. „Downing Street North“

Regionale Spannungen zwischen dem reichen London und dem ärmeren Norden Englands sind ein Dauerthema. Burnham will als Premier nicht ausschließlich von London aus regieren, sondern regelmäßig auch aus Manchester. Er spricht bereits von einer „Downing Street North“.

4. Fußballtrikot statt Anzug

Burnhams Vater Kenneth arbeitete als Telekommunikationsingenieur, seine Mutter als Empfangsdame in einer Arztpraxis. Über seine Kindheit sagte Burnham: Es gab keine Auslandsurlaube, aber auch keine Armut. Ursprünglich wollte er nicht in Cambridge studieren, da er sich dort fehl am Platz fühlte. An der Elite-Uni trug er demonstrativ Fußballtrikots statt der üblichen Anzüge.

5. Das deutsche Pendant: Markus Söder

Während Keir Starmer oft mit Olaf Scholz verglichen wird – sachlich und nüchtern –, sehen Beobachter in Burnham das britische Gegenstück zu Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: emotional, regional verwurzelt und kein Freund der Hauptstadtblase.

6. Bier statt Kuchen

Auf die Frage nach seinem Lieblingskuchen antwortete Burnham einmal: „Ich esse keine Süßigkeiten. Gebt mir lieber ein Bier und Pommes mit Bratensoße.“ Diese Vorliebe unterstreicht sein bodenständiges Image.

7. Der Raufbold

Burnham wuchs mit zwei Brüdern auf, die ebenfalls studierten und im Bildungsbereich arbeiten – einer als College-Chef, der andere als Schulleiter. In der Kindheit spielten die drei ständig Fußball und gerieten regelmäßig aneinander. Laut seiner Mutter teilte Andy „am meisten aus“, machte danach aber brav seine Hausaufgaben.

8. DJ mit Oasis-Sound

Der künftige Premier hat früher als DJ aufgelegt. Seine musikalische Vorliebe gilt Bands aus dem Großraum Manchester: Oasis, The Smiths und New Order.

9. Meinungswechsel bei Digital-ID

2005 arbeitete Burnham als Juniorminister im Innenministerium und war für die geplante, heftig umstrittene Identity Card (eine Art Personalausweis) zuständig. Heute will er ein ähnliches, aber moderneres Digital-ID-Projekt seines Vorgängers stoppen – ein deutlicher Kurswechsel.

10. Vater leidet an Demenz

Burnhams Vater lebt mit Demenz in einem Pflegeheim. Kurz vor der Ernennung zum Premier besuchte Burnham ihn zusammen mit einer seiner Töchter und den beiden Brüdern. Sein Vater bekommt nicht mehr mit, dass einer seiner Söhne jetzt Premierminister ist.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration