Offizielle Statistik: 5.655 zusätzliche Todesfälle während Juni-Hitzewelle in Deutschland
5.655 zusätzliche Todesfälle durch Juni-Hitzewelle

Während der Hitzewelle Ende Juni sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als für diese Jahreszeit üblich. Das Statistische Bundesamt weist für die Woche vom 22. bis 28. Juni 5.655 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zum Mittel der vergangenen drei Jahre aus. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 23.655 Sterbefälle.

Rekordtemperaturen in ganz Europa

Die Hitzewelle traf auch andere europäische Länder schwer. Spanien meldete ebenfalls eine erhöhte Übersterblichkeit bei Temperaturen über 40 Grad. An vielen Messstationen auf dem Kontinent wurden lokale Rekorde gemessen – auch in Deutschland. In Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) erreichten die Temperaturen 41,8 Grad.

Zusammenhang mit Hitze ist unbestritten

Obwohl die hohen Todeszahlen höchstwahrscheinlich mit dem Extremwetter zusammenhängen, kann nicht ohne Weiteres von Hitzetoten gesprochen werden. Solche Todesfälle lassen sich nur schwer ermitteln. Alexander Lechleuthner, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Köln, sagte der dpa: „Dass die hohen Temperaturen Einfluss nehmen, ist unstrittig – aber in welchem Umfang ist oft unklar.“ Besonders bei vorbelasteten Menschen – etwa durch hohes Alter oder Vorerkrankungen – lasse sich ein direkter oder indirekter Zusammenhang oft nicht eindeutig nachweisen.

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Uwe Janssens, medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), betonte, dass in Todesbescheinigungen die Hitze nicht als Todesursache angegeben werde. „Der Zusammenhang zwischen überhöhten Sterbezahlen und Hitze ist unbestritten“, sagte Alexandra Schneider, stellvertretende Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum München, gegenüber Bloomberg. „Es ist klar, dass Hitze zu mehr Todesfällen führt. Das zeigte sich bereits während der Hitzewelle 2003, als die Zahl der Todesfälle an den Tagen mit extremen Temperaturen und in deren Folge sprunghaft anstieg.“

Klimakrise verstärkt Hitzerisiko

Durch die Klimakrise werde Hitze als Risikofaktor weiter zunehmen, so Janssens. „Wir haben mit hoher Sicherheit mehr hitzeassoziierte Todesfälle als Verkehrstote.“ Die hohen Temperaturen belasten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch das Gesundheitssystem. Krankenhäuser sind für Hitzewellen oft kaum gerüstet: Hohe Temperaturen in Patientenzimmern, schweißtreibende Schutzkleidung und erschöpfte Pflegekräfte sind die Folge. Eine Berliner Klinik zeigt, wie eine bessere Vorbereitung aussehen kann.

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