Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine ernüchternde Bilanz für den vergangenen Winter in den Alpen gezogen. Wie die Behörde am Mittwoch in Offenbach mitteilte, war es in den Zentral- und Ostalpen erneut deutlich zu schneearm. Bereits der vorherige Winter hatte ähnliche Defizite aufgewiesen.
Warme und trockene Bedingungen
Die Region verzeichnete überdurchschnittlich viel Sonnenschein und milde Temperaturen, während die Niederschlagsmengen weit unter dem Normalwert lagen. Der DWD sprach von einem „ausgesprochen niederschlags- und schneearmen“ Winterhalbjahr. Verantwortlich für diese Entwicklung waren vor allem anhaltende Hochdrucklagen, die häufig zu einer sogenannten Inversionswetterlage führten.
Inversionswetterlage als Ursache
Bei einer Inversionswetterlage herrscht in den Bergen mildes und sonniges Wetter, während sich in tieferen Lagen Nebel oder Hochnebel hält und dort teils frostige Temperaturen auftreten. Diese Konstellation führte insgesamt zu geringeren Niederschlägen. Die durchschnittlichen Schneehöhen in den Alpen zählten zu den fünf niedrigsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1991.
Obwohl das Winterhalbjahr überdurchschnittlich warm war, war der entscheidende Faktor für den Schneemangel in den Hochlagen der geringe Niederschlag. In den Nordalpen war es der zweittrockenste Winter seit Beginn der Messreihe, in den Südalpen sogar der trockenste.
Der DWD veröffentlichte diese Daten gemeinsam mit den nationalen Wetterdiensten Österreichs und der Schweiz in einer Publikation der Reihe „Alpenklima“. Nur im Februar gab es zeitweise mehr Niederschlag als üblich. Die anhaltende Trockenheit und der Schneemangel haben weitreichende Folgen für den Tourismus, die Wasserversorgung und die Ökosysteme in der Alpenregion.



