Deutschland steht eine extreme Hitzewelle bevor. Nach aktuellen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steigen die Temperaturen binnen weniger Tage von angenehmen 20 Grad auf fast 40 Grad an. Besonders betroffen sind die südlichen und westlichen Bundesländer, aber auch im Norden werden Werte über 35 Grad erwartet. Meteorologen sprechen von einem „Blitz-Hitzesommer“, der an die Rekordjahre 2003 und 2019 erinnert.
Hitze-Anstieg in Rekordtempo
Der Temperatursprung ist außergewöhnlich schnell. Noch zu Beginn der Woche lagen die Höchstwerte vielerorts bei milden 20 bis 24 Grad. Ab Dienstagmittag setzt dann eine massive Erwärmung ein, ausgelöst durch eine südwestliche Strömung, die heiße Luft aus Nordafrika heranführt. Bis zum Wochenende werden vielerorts 37 bis 39 Grad erreicht. In einigen Regionen, etwa im Rhein-Main-Gebiet und entlang des Oberrheins, könnten sogar 40 Grad geknackt werden. Der bisherige Juni-Hitzerekord in Deutschland liegt bei 38,9 Grad, gemessen am 30. Juni 2019 in Bad Mergentheim. „Dieser Rekord könnte bereits am Donnerstag oder Freitag fallen“, sagt ein Meteorologe des DWD.
Möglicher Juni-Hitzerekord
Die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Allzeit-Juni-Rekord ist hoch. Der DWD hat bereits eine Hitzewarnung für weite Teile des Landes herausgegeben. Die Warnstufe 4 (extrem) gilt für den Süden und Westen. Auch in den folgenden Tagen bleibt es extrem heiß, bevor zum Monatswechsel vielleicht eine leichte Abkühlung einsetzt. „Die nächste Woche wird eine echte Belastungsprobe für Mensch und Infrastruktur“, so der DWD-Sprecher. Die Kombination aus hohen Temperaturen und fehlender Abkühlung in der Nacht erhöht die Gesundheitsrisiken erheblich.
Auswirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Angesichts der bevorstehenden Hitze empfehlen Behörden und Mediziner dringend, sich auf die extremen Bedingungen vorzubereiten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Vorerkrankungen. „Trinken Sie ausreichend Wasser, vermeiden Sie körperliche Anstrengung in der Mittagshitze und suchen Sie kühle Räume auf“, rät das Bundesgesundheitsministerium. Auch die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit. Die Getreideernte könnte gefährdet sein, wenn es nicht bald regnet. Die Waldbrandgefahr steigt in vielen Regionen auf die höchste Stufe. Kommunen stellen zusätzliche Trinkwasserbrunnen und kühle Aufenthaltsorte in öffentlichen Gebäuden bereit.
Die Hitzewelle wird voraussichtlich mindestens eine Woche andauern. Ab Mitte der folgenden Woche könnte eine Kaltfront für eine kurze Abkühlung sorgen, gefolgt von möglichen Gewittern. Doch langfristig erwarten Klimaforscher immer häufiger solche extremen Hitzeereignisse. „Was wir jetzt erleben, ist ein Vorgeschmack auf den Klimawandel“, betont ein Experte des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.



