Eichenprozessionsspinner breiten sich in Potsdams Schlossparks aus
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) warnt aktuell vor den Raupen des Eichenprozessionsspinners, die sich in mehreren Schlossparks in Potsdam und Berlin ausbreiten. Betroffen sind den Angaben zufolge der Park Sanssouci, der Neue Garten und der Park Babelsberg in Potsdam sowie die Pfaueninsel und der Schlosspark Charlottenburg in Berlin. In diesen Anlagen wachsen zahlreiche Eichen, die von den Schädlingen befallen werden.
Gefährliche Brennhaare der Raupen
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden feine Brennhaare aus, die bei Hautkontakt starken Juckreiz und schwere allergische Reaktionen auslösen können. Die Tiere spinnen zudem Gespinste, die als Nester bezeichnet werden. Diese Nester sind oft an Eichenstämmen oder in Astgabeln zu finden. Die SPSG betont, dass die Nestbildung der Raupen teilweise noch nicht abgeschlossen ist, weshalb die Entfernung der Gespinste schrittweise erfolgt.
Maßnahmen zur Bekämpfung
Die Entfernung der Nester wird mit spezieller Schutzausrüstung und technischem Gerät durch Absaugen durchgeführt. Schwerpunkte der Maßnahmen sind Eichenbestände entlang der Wege, über Sitzbänken und auf Liegewiesen. Eine flächendeckende Beseitigung aller Nester sei jedoch nicht möglich, so die Stiftung. Besonders in den Bereichen, die stark frequentiert werden, wird priorisiert gearbeitet.
Verhaltenstipps für Parkbesucher
Die Schlösserstiftung rät allen Besuchern der Parks dringend zur Vorsicht. Gemäß der Parkordnung sollten die Wege nicht verlassen und Gehölze nicht betreten werden. Zudem sind mögliche Absperrungen und entsprechende Ausschilderungen unbedingt zu beachten. Diese Maßnahmen dienen dem Eigenschutz, da ein direkter Kontakt mit den Raupen oder ihren Nestern gesundheitliche Folgen haben kann.
Ursachen für die Ausbreitung
Der Eichenprozessionsspinner breitet sich besonders nach milden Wintern sowie in warmen und trockenen Sommern aus. In der Prignitz wurde bereits im Mai ein Biozid per Hubschrauber ausgebracht, um die weitere Verbreitung der Raupen einzudämmen. Im vergangenen Jahr gab es laut SPSG in den Schlossparks nur wenige Gespinste, die erfolgreich entfernt worden seien. Die aktuelle Situation zeigt jedoch eine deutliche Zunahme des Schädlingsbefalls.
Hintergrundinformationen
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein nachtaktiver Schmetterling, dessen Raupen in Gruppen gemeinsam in sogenannten Prozessionen unterwegs sind. Die Brennhaare der Raupen enthalten ein Giftprotein, das bei Menschen und Tieren Hautausschläge, Atembeschwerden und in seltenen Fällen einen allergischen Schock auslösen kann. Die SPSG arbeitet eng mit Schädlingsbekämpfern zusammen, um die Risiken für die Öffentlichkeit zu minimieren.



