El Niño 2027: Ein neuer Zyklus beginnt
Das Klimaphänomen El Niño wird in diesem Jahr mit Spannung erwartet. Experten der Weltwetterorganisation (WMO) gehen von einem besonders ausgeprägten Zyklus aus, der weltweit extreme Wetterlagen wie Dürren und Überschwemmungen auslösen könnte. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die globale Durchschnittstemperatur den Rekord von 2024 übertrifft.
Wann erreicht El Niño seinen Höhepunkt?
Die stärksten Auswirkungen treten in der Regel um den Jahreswechsel auf. Der Einfluss auf die globale Durchschnittstemperatur zeigt sich jedoch erst im Folgejahr, also 2027. Die WMO betont, dass El Niño mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt und das Wetter mindestens bis Ende des Jahres beeinflussen wird. Ob es sich um einen sogenannten Super-El-Niño handelt, ist noch unklar. Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel schätzt die Chancen dafür als 50 zu 50 ein.
Auswirkungen auf Mitteleuropa: Kühler und nasser?
Für Mitteleuropa sind die direkten Folgen von El Niño eher gering. Daniela Domeisen von der ETH Zürich erklärt, dass Europa weit vom tropischen Pazifik entfernt liegt und das Signal durch viele atmosphärische und ozeanische Einflüsse gestört wird. Falls überhaupt, sei mit kälterem und nasserem Wetter als üblich zu rechnen. Indirekt könnten jedoch höhere Preise für Zucker, Kaffee und Kakao durch schlechte Ernten im Pazifikraum entstehen, wie Armin Bunde, Emeritus der Universität Gießen, anmerkt.
Globale Folgen und Klimawandel
El Niño kann die Folgen des Klimawandels verstärken. Der tropische Pazifik und die Atmosphäre erwärmen sich, was mehr Energie und Feuchtigkeit für Hitzewellen und Starkregen bedeutet. Die WMO warnt, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Jahr mit höherer globaler Durchschnittstemperatur als 2024 bei 86 Prozent liegt. Bereits 2027 könnte dieser Fall eintreten, während 2024 rund 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau lag.
Vorbereitung auf die Folgen
Die WMO empfiehlt Regierungen und humanitären Organisationen, sich auf die Auswirkungen in klimasensiblen Sektoren wie Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Energie- und Wasserwirtschaft vorzubereiten. Frühwarnungen und saisonale Vorhersagen seien entscheidend, um Leben zu retten und wirtschaftliche Schäden zu minimieren, so WMO-Chefin Celeste Saulo.



