Zwei schwere Erdbeben haben Venezuela erschüttert und in der Hauptstadt Caracas Gebäude zum Einsturz gebracht. Die US-Geologiebehörde USGS gab die Stärke des ersten Bebens mit 7,2 und die des zweiten mit 7,5 an. Zwischen beiden Erschütterungen lagen nur 39 Sekunden. Die Behörde schätzt die Zahl der Todesopfer mit hoher Wahrscheinlichkeit auf mindestens 10.000. Das Epizentrum lag mehr als 150 Kilometer westlich von Caracas.
Wie wird die Stärke von Erdbeben gemessen?
Die Stärke von Erdbeben wird mit Seismographen gemessen. Diese Geräte zeichnen Wellen und Schwingungen des Bodens auf, die bei Erdbeben entstehen – die sogenannte Magnitude. Der Begriff Seismograph setzt sich aus den griechischen Wörtern seismós (Erschütterung) und grápho (schreiben) zusammen. Laut der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) kommen weltweit jährlich etwa 100.000 Beben der Stärke 3 vor. Rund 1600 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat mindestens den Wert 8 und tritt etwa einmal im Jahr auf.
Die Magnituden-Skala im Überblick
- Stärke 1-2: Schwaches Beben, nur durch Instrumente nachzuweisen.
- Stärke 3: Nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren.
- Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden.
- Stärke 6: Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen.
- Stärke 7: In weiten Gebieten stürzen Häuser ein, viele Tote.
- Stärke 8: Verwüstung im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Tote.
Richterskala überholt – moderne Magnituden-Skalen
Die Intensität eines Erdbebens nimmt nicht gleichmäßig zu. Mit jedem Stärke-Punkt steigt die freigesetzte Energie um mehr als das 30-fache. Ein Beben der Stärke 6 setzt rund 1000 Mal so viel Energie frei wie ein Beben der Stärke 4. Früher wurde die Stärke nach der Richterskala bestimmt, die der Geophysiker Charles Francis Richter 1935 für Kalifornien entwickelte. Die klassische Richterskala gilt bei großen Beben als ungenau, daher verwenden Forscher heute modernere Magnituden-Skalen.
Das stärkste je gemessene Erdbeben
Das heftigste bisher gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile. Es löste einen zerstörerischen Tsunami aus, forderte mehrere Tausend Tote und Verletzte und ließ Millionen Menschen obdachlos zurück. Naturkatastrophen wie Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben.



