Kroatien hat wegen der anhaltenden Hitzewelle die Alarmstufe Orange ausgerufen. Der Zivilschutz des Landes appelliert sowohl an Einheimische als auch an Urlauber, die empfohlenen Schutzmaßnahmen konsequent zu befolgen, um gesundheitliche Folgen der hohen Temperaturen möglichst zu vermeiden. Dass die Behörden so deutlich warnen, hat einen ernsten Hintergrund. Kroatien gilt in Europa als besonders stark von den Folgen extremer Hitze betroffen und weist nach früheren Auswertungen ein besonders hohes Risiko für hitzebedingte Todesfälle auf.
Hitzewelle in Kroatien: Schutzmaßnahmen sollen konsequent umgesetzt werden
Wie weite Teile Europas kämpft auch Kroatien derzeit mit extremer Hitze. Seit dem 22. Juni 2026 gilt im Land die Alarmstufe Orange. Der Zivilschutz ruft Einheimische und Urlauber deshalb dazu auf, die empfohlenen Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen, um gesundheitliche Risiken möglichst gering zu halten. Aufenthalte in der prallen Sonne sollten möglichst zwischen 10 und 17 Uhr vermieden werden, da in dieser Zeit die stärkste Hitzebelastung herrscht.
Empfohlen wird leichte, helle Kleidung, die den Körper weniger aufheizt, sowie eine Kopfbedeckung als Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Fenster und Rollläden sollten tagsüber, vor allem auf der Sonnenseite, geschlossen bleiben, damit sich Innenräume nicht zusätzlich aufheizen. Die kühleren Nachtstunden eignen sich dagegen gut, um Räume durch Lüften abzukühlen. Diese Vorgabe betrifft auch Hotelbewohner und Ferienhaus-Urlauber.
Wer sich in der Sonne aufhält, sollte regelmäßig trinken. Idealerweise etwa alle 30 Minuten, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Kinder und Tiere dürfen auf keinen Fall in geparkten Fahrzeugen zurückgelassen werden, da sich diese innerhalb kürzester Zeit lebensgefährlich aufheizen können. Nach Möglichkeit sollten elektrische Geräte ausgeschaltet bleiben, wenn sie nicht benötigt werden, da sie zusätzliche Wärme in Wohnräumen erzeugen. Treten gesundheitliche Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Schwindel oder starke Erschöpfung auf, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Hohe hitzebedingte Sterblichkeitsrate in Kroatien
Kroatien hat in den vergangenen Jahren schmerzlich erfahren, wie gefährlich extreme Hitze werden kann. Einer Studie aus dem Jahr 2023, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „The Lancet Planetary Health“, zufolge weist das Land europaweit das höchste Risiko hitzebedingter Todesfälle auf. Demnach kamen in Kroatien 27 Menschen pro 100.000 Einwohner infolge großer Hitze ums Leben. Besonders deutlich fällt die Lage in Osijek aus. Dort lag der Wert sogar bei 58 Todesfällen pro 100.000 Einwohner und damit weit über dem ohnehin schon alarmierenden Landesdurchschnitt. Hinter Kroatien folgen in diesem negativen Ranking weitere südeuropäische Staaten wie Italien, Slowenien, Bulgarien, Griechenland, Malta, Zypern, Portugal und Spanien.
Was sind die Gefahren durch andauernde Hitze?
Wenn die Temperaturen über längere Zeit hoch bleiben, gerät der menschliche Organismus schnell an seine Grenzen. Um die Körpertemperatur stabil zu halten, versucht der Körper, überschüssige Wärme über die Haut abzugeben und sich durch Schwitzen zu kühlen. Dabei gehen jedoch nicht nur große Mengen an Flüssigkeit verloren, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Wird dieser Verlust nicht rechtzeitig ausgeglichen, drohen Kreislaufprobleme, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und im weiteren Verlauf eine gefährliche Austrocknung.
Besonders bedrohlich wird es, wenn die körpereigene Temperaturregulation versagt. Dann kann die Körperkerntemperatur innerhalb kurzer Zeit auf lebensgefährliche Werte ansteigen. Mediziner sprechen in solchen Fällen von einem Hitzschlag, einem akuten Notfall, bei dem das Risiko für Organschäden massiv zunimmt und sofortige Behandlung notwendig ist.



