Hitze-Check 2026: Deutsche Umwelthilfe beklagt massiven Verlust von Stadtbäumen
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat alarmierende Zahlen zum Zustand der Stadtbäume in Deutschland vorgelegt. Laut ihrem aktuellen „Hitze-Check 2026“ sind zwischen 2018 und 2025 bundesweit fast eine Million Bäume in Städten verschwunden. Dies bedeutet einen erheblichen Verlust an natürlichem Hitzeschutz, der für die Lebensqualität in urbanen Räumen immer wichtiger wird.
Hitzebelastung in Städten nimmt zu
Während die Temperaturen in Deutschland infolge des Klimawandels steigen, schrumpft der Baumbestand in den Kommunen deutlich. Die DUH hat für ihre Untersuchung 195 Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern analysiert. Dabei wurden unter anderem die Anzahl der Stadtbäume, die Hitzebelastung der Bevölkerung sowie die Zunahme versiegelter Flächen wie Straßen und Plätze bewertet. Die Ergebnisse sind ernüchternd: 149 der 195 untersuchten Städte erhielten eine „Gelbe Karte“, was auf erheblichen Handlungsbedarf hinweist.
Offenburg und Mannheim als Hitze-Hotspots
Besonders kritisch bewertet die Umwelthilfe die Situation in Offenburg und Mannheim. Diese beiden Städte werden in der Studie als „Hitze-Hotspots“ eingestuft, da sie überdurchschnittlich stark unter Hitzebelastung leiden und gleichzeitig nur unzureichend durch Stadtgrün geschützt sind. Positiv hervorgehoben werden lediglich Kiel und Wuppertal, die im Vergleich besser abschneiden.
Baumbestand von 30 Prozent als Richtwert
Nur sieben der untersuchten Städte erreichen einen Baumbestand von mindestens 30 Prozent, der von Wissenschaftlern als empfohlener Richtwert für die sogenannte Baumbeschirmung gilt. Zu diesen Städten zählen unter anderem Hamburg und Berlin. Die DUH betont, dass Stadtbäume die Temperaturen auf Gehwegen um bis zu zwölf Grad Celsius senken können, was angesichts steigender hitzebedingter Todesfälle von großer Bedeutung ist.
Forderung nach verbindlichen Vorgaben
Die Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz, warnte bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin vor einem Verlust des natürlichen Hitzeschutzes. Stadtgrün sei keine bloße Verschönerung des öffentlichen Raums, sondern eine zentrale Voraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität. Die Organisation fordert daher verbindliche Vorgaben für mehr Stadtgrün bei Neubauten und Sanierungsprojekten. Zudem müsse Hitzeschutz stärker in der Stadtplanung verankert werden, insbesondere im Umfeld von Kitas, Schulen und Krankenhäusern.
3-30-300-Regel als Orientierung
Als Orientierung empfiehlt die DUH die sogenannte 3-30-300-Regel: Von jeder Wohnung aus sollten mindestens drei Bäume sichtbar sein, die Umgebung sollte einen Baumbestand von 30 Prozent aufweisen, und die nächste Grünfläche sollte höchstens 300 Meter entfernt liegen. Diese Regel könnte dazu beitragen, Städte besser gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen und die Lebensqualität der Bewohner nachhaltig zu verbessern.
Die DUH kritisiert auch die Bundesregierung, die ihrer Ansicht nach zu wenig für den Hitzeschutz in Städten tut. Ohne entschlossene Maßnahmen drohten vielerorts zunehmend aufgeheizte und lebensfeindliche Stadträume, warnt die Organisation.



