Kalifornien: Forscher warnen vor beispiellosen Spannungen an San-Andreas-Verwerfung
Forscher warnen vor Spannungen an San-Andreas-Verwerfung

Im Süden Kaliforniens könnte es bald zu einem größeren Erdbeben kommen. Forscher einer Studie, die Anfang Juni im Fachjournal „Advancing Earth and Space Sciences“ veröffentlicht wurde, warnen vor beispiellosen Spannungen entlang der beiden großen Verwerfungssysteme San Andreas und San Jacinto. Die Spannungen hätten ein Niveau erreicht, das in den vergangenen 1000 Jahren beispiellos sein könnte.

Was ist eine Verwerfung?

Eine Verwerfung ist ein Bruch oder eine Bruchzone in der Erdkruste, entlang der sich Gesteinsblöcke gegeneinander bewegen. Die San-Andreas-Verwerfung bildet die Grenze zwischen der Pazifischen und der Nordamerikanischen Platte. Gemeinsam mit der San-Jacinto-Verwerfung zählt sie zu den wichtigsten Quellen starker Erdbeben in Südkalifornien.

Studie rekonstruiert 1000 Jahre Erdbebengeschichte

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben für ihre Untersuchung rund 1000 Jahre Erdbebengeschichte rekonstruiert und nachgestellt, wie sich Spannungen entlang der Verwerfungen aufbauen und wieder abbauen. Demnach befindet sich das System derzeit in einem kritischen Zustand. Seit dem letzten großen Bruch in diesem Bereich seien mehr als 160 Jahre vergangen. In dieser Zeit hätten sich die Spannungen aufgebaut.

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Cajon Pass als mögliches „Erdbeben-Tor“

Besondere Aufmerksamkeit richtet die Studie auf den Cajon Pass nordöstlich von Los Angeles. Nach den Berechnungen könnte dieser Gebirgspass als eine Art „Erdbeben-Tor“ wirken. In manchen Fällen könnte er die Ausbreitung großer Brüche zwischen den beiden Verwerfungssystemen verhindern, in anderen Fällen ermöglichen. Dadurch könnten beide Verwerfungen in einem einzigen großen Erdbeben gemeinsam brechen.

Keine genaue Vorhersage möglich

Die Forschenden betonen allerdings, dass die Studie keine genaue Vorhersage für ein künftiges Erdbeben zulässt. Die Studie beschreibt lediglich die aktuellen Spannungen und mögliche Szenarien für künftige Brüche. Dennoch könnten die neuen Ergebnisse dazu beitragen, Gefahren durch Erdbeben in der Region besser einzuschätzen.

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