Die Umweltorganisation Greenpeace hat FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) für seine Pläne kritisiert, bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 täglich zwei Spiele zu besuchen. „Dass Funktionäre täglich in extrem klimaschädlichen Privatjets fliegen, vermittelt nicht gerade den Eindruck, dass die FIFA die Ursachen des Klimawandels oder ihre eigene Verantwortung, Teil der Lösung zu sein, erkannt hat“, sagte John Hocevar von Greenpeace USA dem Portal „The Athletic“.
Enorme Distanzen zwischen den WM-Stadien
Das Portal und die englische Tageszeitung „The Guardian“ berichten unter Berufung auf nicht näher genannte FIFA-Quellen, dass Infantino zwei Begegnungen pro Tag sehen möchte und dafür einen von Sponsor Qatar Airways zur Verfügung gestellten Privatjet nutzt. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko mit insgesamt 104 Begegnungen sind enorme Distanzen zu überwinden, um diese Bestrebungen umzusetzen. Bei der WM vor vier Jahren in Katar war Infantino noch bei allen 64 Spielen anwesend, die größte Entfernung zwischen den Stadien betrug jedoch nur rund 75 Kilometer. Dieses Mal sind es bei 16 Stadien in drei Ländern bis zu etwa 4.500 Kilometer.
Hohe Umweltbelastung erwartet
Aufgrund der enormen Entfernungen hat das New Weather Institute diese WM bereits als „die Veranstaltung mit der höchsten Umweltbelastung jemals“ bezeichnet und schätzt, dass sie rund 9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent verursachen wird. Der Flugverkehr sei für etwa 7,7 Millionen Tonnen dieses geschätzten CO₂-Ausstoßes verantwortlich – mehr als das Vierfache des Durchschnitts der Weltmeisterschaften im Zeitraum von 2010 bis 2022.
FIFA: Auch Linienflüge werden genutzt
In einer Stellungnahme der FIFA an „The Athletic“ hieß es: „Wie wir stets betont haben, hat die FIFA Regeln aufgestellt, die den Rahmen für Flüge und Reisen aller FIFA-Funktionäre festlegen.“ Demnach reise der FIFA-Präsident „regelmäßig gemeinsam mit den zuständigen Funktionären zu geschäftlichen und turnierbezogenen Anlässen und ist bestrebt, die FIFA-Mitgliedsverbände zu besuchen, wann immer es ihm möglich ist“, schrieb der Weltverband weiter. Laut FIFA erfolgen die Reisen jedoch nicht nur mit Charterflügen in Privatjets, sondern auch mit regulären Linienflügen. „Je nachdem, welche Option unter den jeweiligen Umständen effizienter und kostengünstiger ist. Die FIFA kommt für die Reisekosten auf“, hieß es.



