Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen teilweise deutlich über 40 Grad setzt den Menschen in weiten Teilen Südeuropas zu und erhöht die Gefahr verheerender Waldbrände. Besonders Frankreich, Griechenland, Portugal und Spanien kämpfen derzeit gegen zahlreiche Feuer. Hohe Temperaturen, ausgetrocknete Vegetation und kräftiger Wind schaffen ideale Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung der Flammen.
Frankreich: Pyrenäen besonders betroffen
Am schwersten betroffen ist derzeit Südfrankreich. Seit Samstag zerstörten die Flammen rund 4600 Hektar Vegetation in den Pyrenäen. Fünf Menschen, darunter zwei Feuerwehrleute, wurden verletzt. Rund 10.000 Anwohner wurden vorsorglich zur Evakuierung aufgefordert. Wegen des Großbrands fand die dritte Etappe der Tour de France auf französischer Seite ohne Zuschauer statt. „Mein wichtigstes Ziel heute ist, die Menschen zu unterstützen, die evakuiert wurden“, sagte Präfekt Pierre Regnault de la Mothe. „Kein einziger Feuerwehrmann“ solle deshalb zur Absicherung der Tour eingesetzt werden – der Kampf gegen die Flammen habe oberste Priorität.
Portugal: Großbrand bei Vouzela
In Portugal kämpfen mehr als 1200 Feuerwehrleute mit fast 400 Fahrzeugen und 15 Löschflugzeugen gegen einen Großbrand in der Region Vouzela. Das Feuer hat sich seit Donnerstag auf rund 120 Quadratkilometer ausgebreitet – eine Fläche größer als Sylt. Die Behörden sind in höchster Alarmbereitschaft, da die Flammen weiterhin außer Kontrolle sind.
Griechenland: Brände bei Thessaloniki und Athen
Bei Thessaloniki im Norden Griechenlands bekämpfen rund 160 Feuerwehrleute einen Waldbrand, der auch eine Recyclinganlage erfasste. Wegen des giftigen Rauchs wurden Anwohner aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Westlich der Hauptstadt Athen brach zudem ein weiterer Großbrand aus. Dort sind 210 Feuerwehrleute sowie 29 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Nach Angaben der Feuerwehr gehen rund 85 Prozent der Waldbrände in Griechenland auf menschliche Fahrlässigkeit zurück.
Spanien: Teilweise Entwarnung an der Costa Brava
Ein wenig aufatmen können die Menschen im äußersten Nordosten von Spanien: Nahe der Costa Brava haben rund 400 Feuerwehrleute und zehn Löschflugzeuge einen Waldbrand zumindest teilweise unter Kontrolle gebracht. Das Feuer zerstörte etwa 2200 Hektar Vegetation. Die Behörden sperrten das Brandgebiet und hoffen, den Brand vollständig einzudämmen, bevor das Wetter wieder umschlägt.
Dramatische Bilanz: Europa erlebt Feuer-Sommer
Insgesamt erlebt Europa einen dramatischen Feuer-Sommer: Nach Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems (EFFIS) liegt die Zahl der Waldbrände 2026 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Bereits bis Anfang Juli wurden in der EU rund 118.700 Hektar Land von den Flammen zerstört, das entspricht einer Fläche von fast 166.000 Fußballfeldern. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der vergangenen Jahre waren zu diesem Zeitpunkt etwa 90.000 bis 100.000 Hektar in der EU verbrannt.



