Der Juli 2024 setzt die Serie extremer Wetterlagen in Deutschland fort: Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Monat der fünfte in Folge mit deutlich überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer und zugleich zu trocken und zu warm. „Der Monat war vergleichsweise niederschlagsarm, die Sonnenscheindauer ist überdurchschnittlich hoch“, erklärte der DWD in Offenbach. Die vollständige Juli-Bilanz wird am Donnerstag veröffentlicht.
Temperaturen und Rekorde
Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 fiel der Juli wärmer aus. „Nach derzeitigem Stand und unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen wird sich der Monat voraussichtlich unter den 10 wärmsten Juli-Monaten einreihen“, hieß es. Der bislang wärmste Juli war 2006 mit durchschnittlich 22 Grad; im Vorjahr lag der Wert bei 18,4 Grad, während das Juli-Mittel der Referenzperiode bei 16,9 Grad liegt. Der Juni 2024 war bereits der zweitwärmste Juni seit Aufzeichnungsbeginn mit einem Mittel von 19,5 Grad – nur 2019 war mit 19,8 Grad noch wärmer.
Hitzewelle am Monatsende
Zum Monatsende wird es am Donnerstag in Deutschland noch einmal extrem heiß: Die Meteorologen erwarten bis zu 39 Grad, den Spitzenwert der aktuellen Hitzewelle. Ein Rekord wie Ende Juni wird zwar nicht erwartet, doch drohen schwere Gewitter. Die Kombination aus Hitze und Trockenheit belastet Umwelt und Landwirtschaft zunehmend.
Städte fordern Milliarden für Klimaanpassung
Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, forderte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) dringend höhere Investitionen in die Klimaanpassung. „Bestehende Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene reichen für diese umfassende Umsetzung nicht aus“, kritisierte er. „Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen. Das werden die Städte nicht allein stemmen können.“ Notwendig seien Maßnahmen wie Entsiegelung und Stadtgrün. Klimaanpassung sei kein „Nice to have“, sondern existenziell.
Dürre auch in Nachbarländern
Die Trockenheit betrifft nicht nur Deutschland: Die britische Umweltbehörde rief am Mittwoch für die Hälfte Englands eine Blitzdürre aus – den zweiten Dürresommer in Folge. Die Behörde warnt vor schwerwiegenden Folgen für Umwelt und Tierwelt. Klimaexperten sehen darin einen Beleg für die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse infolge des Klimawandels.



