Waldbrände in Südeuropa: Tausende evakuiert, zwei Feuerwehrleute tot
Waldbrände in Südeuropa: Tausende evakuiert, zwei Tote

Schwere Waldbrände, angefacht durch eine Hitzewelle und starke Winde, halten Südeuropa in Atem. In Griechenland, der Türkei, Frankreich, Spanien und Portugal kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. In Griechenland kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben.

Griechenland: Tödlicher Einsatz auf Kreta

Der schlimmste Brand wütet im Süden der Insel Kreta. Zwei Feuerwehrleute verloren die Orientierung in dichtem Rauch und starben. Starker Wind zwang Löschhubschrauber und -flugzeuge zur Landung. Der Küstenort Agia Galini mit rund 6000 Touristen wurde evakuiert, wie griechische Medien berichten. Westlich davon brachte die Küstenwache 29 Menschen in Agios Pavlos über das Meer in Sicherheit. Das Bürgerschutzministerium warnt vor anhaltend hoher Waldbrandgefahr, da die starken Winde in den kommenden Tagen anhalten sollen.

Türkei: Brände in Antalya und weiteren Provinzen

In der Touristenregion Antalya bekämpft die Feuerwehr seit Dienstag mehrere Brände. Ein Großteil konnte gelöscht werden, doch einige Bewohner wurden vorsorglich evakuiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Gouverneur Hulusi Sahin nannte extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft als Ursachen. Auch in den Provinzen Balikesir, Kütahya, Canakkale, Yalova und Mugla im Westen und Südwesten der Türkei brachen Feuer aus, die derzeit bekämpft werden.

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Frankreich: Neue Brände trotz Erfolgen bei Bordeaux

In mehreren Regionen Frankreichs flammten neue Waldbrände auf. Im Département Var bei Brignoles mussten 600 bis 700 Menschen evakuiert werden. Auch im Wald von Fontainebleau südlich von Paris sowie in Couchey bei Dijon im Burgund brannte es. Wegen gesundheitsgefährdenden Rauchs wurden die Bewohner aufgefordert, drinnen zu bleiben. An der Atlantikküste bei Bordeaux, wo zuvor auf 42.000 Hektar die massivsten Brände der Saison wüteten, verhinderte die Feuerwehr ein erneutes Ausbreiten. Die Präfektur äußerte die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität für Einwohner und Unternehmen. Insgesamt waren in der Region 224.000 Menschen evakuiert worden.

Spanien und Portugal: Großfeuer an der Grenze

In Spanien brach im Nationalpark Arribes del Duero an der Grenze zu Portugal ein großes Feuer aus. Zwölf Ortschaften um die Gemeinde Fermoselle wurden evakuiert, teilte die Regionalregierung von Kastilien und León mit. Rund 950 Menschen, darunter Bewohner eines Altenheims, wurden in Sicherheit gebracht. In anderen Gebieten Spaniens entspannt sich die Lage langsam, doch etwa 9500 Menschen in der Autonomen Gemeinschaft Madrid dürfen noch nicht zurückkehren. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach nach einem Treffen mit König Felipe VI. von einer äußerst angespannten Waldbrandlage. Derzeit seien zehn Feuer unterschiedlichen Ausmaßes aktiv, sagte Sánchez. Angesichts einer neuen Hitzewelle bis Sonntag rief er zu äußerster Vorsicht auf. Er kündigte an, die Europäische Kommission gebeten zu haben, ein neues europäisches Zentrum für Brandbekämpfung auf Mallorca einzurichten.

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