Nach dem tödlichen Anschlag am Rande des Christopher Street Days in Berlin haben die Organisatoren die für den 29. August geplante Technoparade „Zug der Liebe“ abgesagt. „Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD haben die Lage drastisch verändert“, teilten die Veranstalter mit. Zuerst hatte der RBB berichtet.
Logistische Probleme und verändertes Klima
Zwar habe es auch logistische Engpässe bei den bestellten Lastwagen gegeben und keine Einigung mit der Versammlungsbehörde bezüglich der Lautstärke. „Was diesen Entschluss jedoch unausweichlich machte, ist die spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas“, erklärten die Veranstalter. Eine Parade in diesem Jahr würde massive Auflagen mit sich ziehen – von Wegfahrsperren über Personenkontrollen bis hin zu massiv aufgerüsteten Polizisten. Das passe nicht zum Geist des Events. „Der Zug der Liebe stand immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes. Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen widerspricht der Grundidee der Veranstaltung fundamental.“
„Zug der Liebe goes RAW“
Mit den verbliebenen Trucks wollen die Organisatoren die zeitgleich geplante Demonstration zum Erhalt des RAW-Geländes unterstützen. „Anstatt leise zu verschwinden, bündeln wir unsere Kräfte für eine direkte Unterstützung der bedrohten Berliner Kulturlandschaft“, hieß es. Die Parade hätte am 29. August stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr waren rund 10.000 Teilnehmer durch die Berliner Innenstadt gezogen, um ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und Solidarität zu setzen.
„Rave the Planet“ soll stattfinden
Die für den 15. August geplante Technoparade „Rave the Planet“ soll dagegen stattfinden, wie die Organisatoren der RBB-„Abendschau“ sagten. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht. Wir haben gehört, was die Community will“, erklärte der als Dr. Motte bekannte Gründer der Organisation Rave The Planet, Matthias Roeingh. Seine Frau Ellen Dosch-Roeingh versicherte: „Die Parade wird stattfinden.“ Die Technoparade ist zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule auf der Straße des 17. Juni geplant, die durch den Tiergarten führt – jene Parkanlage, an deren Rand es am späten Samstagabend zu dem folgenschweren Terroranschlag kam. Eine Frau wurde getötet, 31 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Der islamistisch motivierte Attentäter wurde am Tag darauf bei der versuchten Festnahme von Polizisten erschossen.



