Der Juli 2026 hat sich erneut als zu trocken, zu heiß und zu sonnig erwiesen. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist es der fünfte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfällt als das vieljährige Mittel. „Der Monat war vergleichsweise niederschlagsarm, die Sonnenscheindauer ist überdurchschnittlich hoch“, erklärte der Wetterdienst mit Sitz in Offenbach. Die vollständige Juli-Bilanz werde im Laufe des Tages veröffentlicht.
Temperaturen und Rekorde
Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 war der Juli wärmer. „Nach derzeitigem Stand und unter Berücksichtigung der aktuellen Prognosen wird sich der Monat voraussichtlich unter den zehn wärmsten Juli-Monaten einreihen“, hieß es. Der bislang wärmste Juli wurde 2006 mit einer Durchschnittstemperatur von 22 Grad gemessen. Im Juli 2025 lag der Wert bei 18,4 Grad, während das langjährige Mittel der Referenzperiode bei 16,9 Grad liegt. Bereits der Juni 2026 war mit durchschnittlich 19,5 Grad der zweitwärmste Juni seit Aufzeichnungsbeginn – nur 2019 war es mit 19,8 Grad noch wärmer gewesen.
Hitzewelle zum Monatsende
Zum Monatsende wird es in Deutschland noch einmal extrem heiß. Die Meteorologen erwarten am Donnerstag Temperaturen bis zu 39 Grad – voraussichtlich der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle. Ein absoluter Rekord wie Ende Juni wird nicht erwartet, allerdings drohen erneut heftige Gewitter. Die Wetterlage bleibt wechselhaft und von extremen Ausschlägen geprägt.
Städtetag: Milliarden für Klimaanpassung nötig
Angesichts der wiederkehrenden Extremwetterlagen fordert der Deutsche Städtetag deutlich mehr finanzielle Mittel für die Klimaanpassung in den Kommunen. Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Bestehende Förderprogramme auf Bundes- und Landesebene reichen für diese umfassende Umsetzung nicht aus.“ Es gehe um Maßnahmen wie Entsiegelung von Flächen und die Schaffung von Stadtgrün. „Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen. Das werden die Städte nicht allein stemmen können.“ Schuchardt betonte, Klimaanpassung sei kein „Nice to have“, sondern existenziell für die Zukunft. Er forderte eine dauerhafte und planbare Mitfinanzierung von Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten durch Bund und Länder.
Extremwetter als Zeichen des Klimawandels
Wetter beschreibt ein Ereignis an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, während Klima die Gesamtheit der Wetterphänomene über einen längeren Zeitraum umfasst. Treten Extremwetterereignisse gehäuft auf, kann dies ein Indiz für einen stattfindenden Klimawandel sein. Klimaexperten gehen genau davon aus: Extreme Wetterereignisse werden häufiger. Die aktuellen Daten des DWD untermauern diese Entwicklung und unterstreichen die Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen in den Städten.



