Heftige Waldbrände haben an der südlichen Adriaküste Italiens eine großangelegte Evakuierung erzwungen. Hunderte Touristen und Strandbesucher wurden am Sonntag mit Schiffen aus dem Gebiet um die Stadt Peschici in Apulien in Sicherheit gebracht. Die Küstenwache bezeichnete den Seeweg als die „einzig machbare Evakuierungsroute“. Insgesamt seien mehr als 400 Menschen evakuiert worden, erklärte die Behörde in Online-Diensten.
Evakuierung über den Seeweg
An dem Einsatz waren sechs Schiffe der Küstenwache, drei Boote der italienischen Finanzpolizei und etwa zehn private Schiffe beteiligt. Ein Sprecher der Küstenwache teilte mit, dass wahrscheinlich noch rund 300 weitere Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten. Der Einsatz dauere an. Auf Bildern waren Feuerwehrleute und ein Löschflugzeug zu sehen, die gegen die Flammen kämpften. Unmittelbare Gefahr für Wohnhäuser in der Stadt bestand zunächst nicht. Örtliche Medien zitierten den Bürgermeister von Peschici mit den Worten, die Lage sei „unter Kontrolle“.
Frankreich und Spanien ebenfalls betroffen
Auch in Frankreich und Spanien kämpften Tausende Einsatzkräfte am Wochenende weiter gegen verheerende Brände. Der Sprecher des französischen Feuerwehrverbandes FNSPF, Eric Brocardi, sprach von einem „David-gegen-Goliath-Szenario“. Bis jetzt waren wegen der Feuer in Frankreich und Spanien mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Chefin des spanischen Katastrophenschutzes, Virginia Barcones, sprach von einem Feuer-„Monster“. In Frankreich wüteten die Flammen vor allem im Südwesten des Landes, wo sie sich laut Innenminister Laurent Nuñez zuletzt „unkontrolliert“ nahe der Stadt Bordeaux ausbreiteten. Am Sonntag rückten sie demnach bis auf 15 Kilometer an die Grenzen des Stadt-Großraums heran.
Einsatzkräfte im Dauereinsatz
Im Nachbarland Spanien hätten die Brände eine „massive Krise“ ausgelöst, sagte Barcones dem Sender TVE. Die Feuer betreffen demnach ein Gebiet, das eine Fläche von 77.000 Hektar umfasst. Laut Spaniens Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen, betreffen diese 77.000 Hektar die Region Madrid und die Provinzen Ávila und Toledo. Die Behörden warnen vor anhaltender Trockenheit und Hitze, die die Brandgefahr weiter erhöhen. In mehreren Mittelmeerländern kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen die Flammen, die durch extreme Temperaturen und starke Winde begünstigt werden.



