Bei dem jüngsten Schul-Amoklauf in den USA gibt es Hinweise darauf, dass der Täter die Tat möglicherweise im Internet live streamen wollte. Die Polizei in Nashville, Tennessee, bestätigte am Dienstag, dass entsprechende Spuren gefunden wurden. Der 17-jährige Schütze hatte am Montag an einer Highschool drei Menschen getötet und mehrere verletzt, bevor er von der Polizei erschossen wurde.
Hinweise auf geplanten Livestream
Ermittler fanden auf dem Handy des Täters Hinweise, dass er die Tat über eine Social-Media-Plattform live übertragen wollte. „Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass diese Tat gestreamt werden sollte“, sagte Polizeisprecher Don Aaron. „Wir untersuchen, ob er tatsächlich live gegangen ist oder ob der Stream unterbrochen wurde.“ Bislang sei kein vollständiger Livestream der Tat im Internet aufgetaucht, aber kurze Videoclips kursierten in sozialen Netzwerken.
Der Täter, ein Schüler der Schule, hatte nach Angaben der Polizei ein Sturmgewehr und eine Pistole bei sich. Die Tat ereignete sich am Morgen vor Unterrichtsbeginn. Die Identität der Opfer – zwei Schüler und ein Lehrer – wurde inzwischen bestätigt. Fünf weitere Personen wurden verletzt, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr.
Motiv noch unklar
Die Ermittler suchen weiter nach dem Motiv des Täters. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung zu terroristischen Gruppen oder eine politische Motivation, so Aaron. „Wir prüfen sein Umfeld, seine Online-Aktivitäten und sein Tagebuch.“ Der Täter habe in den Wochen vor der Tat mehrfach gewalttätige Inhalte konsumiert und in Chats angedeutet, dass er „etwas Großes“ plane. Mitschüler berichteten, er sei oft gemobbt worden und habe sich zurückgezogen.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Schulschießereien in den USA. Laut der Datenbank „K-12 School Shooting Database“ gab es 2023 bereits 38 Vorfälle mit Schusswaffen an Schulen. Die Debatte um strengere Waffengesetze wird erneut laut. Präsident Joe Biden forderte den Kongress auf, „endlich zu handeln“. Die Republikaner lehnen schärfere Gesetze jedoch ab.
Reaktionen und Folgen
An der betroffenen Schule fällt der Unterricht für den Rest der Woche aus. Krisenteams kümmern sich um Schüler und Lehrer. Die Polizei verstärkte die Präsenz an anderen Schulen in Nashville. Die Eltern der Opfer wurden informiert. In den sozialen Medien wird die Tat kontrovers diskutiert, wobei viele Nutzer die Waffenpolitik kritisieren.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Aktivitäten beobachtet haben oder Hinweise auf den Livestream geben können, sich zu melden. „Wir werden alles tun, um diese Tragödie vollständig aufzuklären“, sagte Polizeichef John Drake.



