China hat entschieden dementiert, dass es dem Iran in Kürze tragbare Flugabwehrraketen liefern werde. Das Außenministerium in Peking erklärte auf Anfrage, die entsprechenden Berichte seien „gegenstandslos“. China habe stets eine konstruktive Rolle bei der Förderung des Friedens und der Beilegung des Konflikts gespielt, hieß es weiter.
Bericht über 400 Raketen
Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, dass der Iran in den kommenden Wochen mit der Lieferung von tragbaren Flugabwehrraketen aus chinesischer Produktion rechnen könne. Dabei handele es sich um die ersten Einheiten aus einer Charge von bis zu 400 Raketen. Die schultergestützten Systeme sollten den Iran zwischen 60 und 70 Millionen US-Dollar (rund 53 bis 61 Millionen Euro) kosten.
Laut dem Bericht wurde der Vertrag mit einer in Hongkong ansässigen Firma unterzeichnet, die als Zwischenhändler zwischen dem Iran und dem chinesischen Lieferanten fungiert haben soll. Die Existenz eines solchen Deals würde die enge militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Peking und Teheran weiter unterstreichen.
Chinas Rolle als Verbündeter
China gilt als einer der wichtigsten Verbündeten des Iran. Seit Beginn der US-amerikanischen Angriffe Ende Februar hatte Peking wiederholt ein Ende der Kampfhandlungen gefordert und seine Bemühungen um eine friedliche Lösung betont. Vor dem Krieg war China der größte Abnehmer von iranischem Öl; die Rohstoffverkäufe stellen für die Regierung in Teheran die wichtigste Einnahmequelle dar.
Vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage – US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht und sowohl Russlands Präsident Wladimir Putin als auch Chinas Staatschef Xi Jinping vor einer Unterstützung Teherans gewarnt – erhalten die jüngsten Dementis aus Peking besonderes Gewicht. Ein tatsächlicher Waffendeal hätte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China weiter belastet.



