Ukraine meldet Drohnenattacken auf 21 russische Öltanker im Asowschen Meer
Drohnenattacken auf 21 russische Öltanker

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Öltanker im Asowschen Meer mit Drohnen attackiert. Neben den Tankern hätten die Drohnen auch vier Schlepper, zwei Trockenfrachter und einen Schwimmbagger getroffen, teilte der Generalstab in Kyjiw bei Telegram mit. Das Ausmaß der Schäden werde noch geprüft. Es wäre die zahlenmäßig größte Attacke einer schon seit Tagen laufenden Angriffswelle.

Russland meldet einen Toten und geringe Schäden

Russland hatte zuvor deutlich geringere Angaben zu dem Beschuss gemacht. So schrieb der Gouverneur der Region Rostow, Juri Sljussar, in der Nacht seien vier Schiffe auf See angegriffen worden. „Ein Mensch wurde getötet, der Matrose auf einem technischen Schiff“, teilte er auf Telegram mit. Seinen Angaben nach sind die Schäden an Bord – unter anderem bei einem Tanker, der hochentzündlichen Methanol geladen habe – gering. Es bestehe keine Gefahr, dass die Fracht auslaufe. Unabhängig lassen sich die Angaben beider Kriegsparteien nicht überprüfen.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer, aber auch Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kyjiw zielt eigenen Angaben nach darauf, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden.

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Russland stoppt Schiffsverkehr durch Don-Asow-Kanal

Russland stoppt Insidern zufolge vorübergehend den Schiffsverkehr durch den Don-Asow-Kanal. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf Tanker im Asowschen Meer, heißt es aus zwei Quellen der Getreideexportbranche. Die Sperrung könnte fast ein Viertel der russischen Weizenexporte betreffen. Wie lange sie andauern soll, ist den Angaben zufolge unklar.

Zuvor hatte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mitgeteilt, dass auf dem Asowschen Meer zehn Tanker attackiert wurden. Damit seien insgesamt in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden.

Selenskyj kündigt nach Skandal Reform der Sturmtruppen an

Nach einem Skandal um Todesfälle in einer Militäreinheit hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform der Sturmtruppen angekündigt. „Es gibt viele Fragen, Probleme, die gelöst werden müssen. Vor allem im Umgang mit den Leuten“, sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Es werde neben strafrechtlichen Ermittlungen auch Wechsel an der Spitze der Sturmtruppen geben. Im Juni hatte ein Medienbericht Aufsehen erregt, nachdem beim Sturmregiment „Skelja“ innerhalb von sechs Monaten mehr als zwei Dutzend Rekruten in ihrer militärischen Grundausbildung ums Leben kamen. Diese sollen demnach verprügelt, erniedrigt und anderweitig misshandelt worden sein. Derartige Praktiken sind Berichten zufolge auch in anderen Einheiten vor allem in Bezug auf Zwangsrekrutierte verbreitet.

Kyjiw: Zehn Verletzte nach Luftangriffen

Bei russischen Raketenangriffen auf Kyjiw sind am Samstag nach offiziellen Angaben mindestens zehn Menschen verletzt worden. Russland habe die Hauptstadt mit sechs ballistischen Raketen, sechs Marschflugkörpern und 121 Drohnen angegriffen, erklärte die ukrainische Luftwaffe. Mindestens zwei Marschflugkörper und 111 Drohnen seien abgewehrt worden.

US-Senator fordert von China Druck auf Russland für Friedensgespräche

Der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham sieht China in einer entscheidenden Rolle, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Der Weg zum Frieden führe mehr durch Peking als durch Washington, Kyjiw oder Moskau, sagte Graham vor Reportern in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw. China habe einen übergroßen Einfluss und solle diesen zum Wohle der Welt nutzen. Zuvor hatte sich Graham mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, um unter anderem über den dringenden Bedarf an Luftverteidigung zu sprechen.

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Bomben-Rätsel von Monaco: Ukrainischer Geheimdienst unter Verdacht

Der Fall einer mutmaßlichen Attentäterin, die einen ukrainischen Oligarchen in Monaco ins Visier genommen haben soll, nimmt immer dunklere Züge an. Vor einem Gericht in Kiew wurden Details zu der Ermordung der mutmaßlichen Attentäterin nahe von Kiew bekannt – und die Beweise deuten auf eine Verwicklung ukrainischer Geheimdienste hin. Das berichtet der britische „The Guardian“. Die französische Polizei hatte zuletzt Anastasia Berezovska, 39, als jene Person identifiziert, die auf Überwachungskameras dabei zu sehen ist, wie sie einen Rucksack vor einem Wohngebäude in Monaco deponiert. Die darin versteckte Bombe explodierte und verletzte den ukrainischen Geschäftsmann Wadym Jermolajew schwer, als er gemeinsam mit seiner Partnerin und seinem 13-jährigen Kind das Gebäude verließ. Auch Jermolajews Frau und der 13-jährige Sohn wurden bei dem Attentat verletzt.

Berezovska, als Mann verkleidet, flüchtete mit einem Auto mit deutschen Kennzeichen über Frankreich nach Italien – und reiste am 1. Juli in die Ukraine ein, wo sie per Bus in ihre Heimatstadt Zhytomyr fuhr. Kurz darauf wurde ihre Leiche in einem Wald nahe Kiew entdeckt. Laut dem ukrainischen Geheimdienst wurde Berezovska von zwei Männern empfangen, die zuvor Zahlungen auf ihre Bank- und Kryptowährungskonten geleistet hatten. Einer der Verdächtigen, Vladyslav Reut, 33, erschien am Donnerstag vor einem Kiewer Gericht. Er schilderte, wie sein mutmaßlicher Komplize Vitaliy Zhykovych die Frau mit einer Waffe in einen Wald trieb und ihr dort in den Hinterkopf schoss. „Er schoss ein zweites Mal. Ich stand wenige Meter entfernt“, sagte Reut dem Richter. Zhykovyjs Anwalt wies die Vorwürfe zurück.

Besonders brisant: Reut soll für den ukrainischen Militärgeheimdienst GUR gearbeitet haben – in einer Einheit für Spezialoperationen. Der Fall bringt Präsident Wolodymyr Selenskyj in Bedrängnis. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte ihn auf, den Vorfall lückenlos aufzuklären. Selenskyj versprach, die Öffentlichkeit zeitnah zu informieren. Wadym Jermolajew, dessen Vermögen auf rund 220 Millionen US-Dollar geschätzt wird, steht seit 2023 unter ukrainischen Sanktionen – wegen angeblicher Handelsaktivitäten auf der besetzten Krim und Steuerzahlungen an Russland. Er selbst bezeichnete die Vorwürfe als „absolut surreal“. Einem Insider zufolge könnte hinter der Tat ein Streit um Schutzgeld stecken – die Attentäterin sei dabei als entbehrlich betrachtet worden.