Nach einer verheerenden Gasexplosion an einer Tunnelbaustelle im nordostindischen Bundesstaat Sikkim sind alle 25 vermissten Arbeiter tot geborgen worden. Die Rettungskräfte holten die letzten drei Leichen am Nachmittag (Ortszeit) aus dem Tunnel, wie eine Beamtin des zuständigen Bezirks Namchi der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die Bergungsaktion habe insgesamt 72 Stunden gedauert.
Explosion durch Methangas
Das Unglück ereignete sich am Montag. Nach Angaben des öffentlichen Versorgungsunternehmens NHPC, das den Tunnel im Rahmen eines Wasserkraftprojekts bauen ließ, kam es zu einer „plötzlichen, explosiven Freisetzung von vermutlich im Gestein eingeschlossenem Methangas“. Dabei seien dichter Rauch und giftige Gase entstanden. Ein Sprecher von NHPC widersprach Berichten, wonach der Tunnel durch einen durch die Explosion verursachten Erdrutsch eingestürzt sei. Eine Untersuchung soll die genaue Unglücksursache klären.
Massiver Ausbau der Wasserkraft
Die indische Regierung unter Premierminister Narendra Modi treibt den Ausbau der Wasserkraft in den Berggebieten massiv voran. Ziel ist es, die CO₂-Emission zu senken und die Stabilität des Stromnetzes zu verbessern, das noch immer häufig von Ausfällen betroffen ist. Unter großem Zeitdruck werden Großprojekte vorangetrieben – so auch im abgelegenen Bundesstaat Sikkim im Nordosten Indiens. Allerdings kommt es bei Tunnelbauprojekten im Himalaja immer wieder zu schweren Unglücken mit vielen Toten.
Geologische Herausforderungen
Die anspruchsvolle Geologie des Himalaja, einer aktiven Erdbebenregion, ist die Hauptursache für die meisten Unfälle. Hinzu kommen oft mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auf den Baustellen. Die jüngste Katastrophe wirft erneut Fragen zur Sicherheit bei Infrastrukturprojekten in der Region auf.



