Die Wall Street ist am Donnerstag mit deutlichen Verlusten in den Handel gestartet. Belastet wurde der Markt von einem erneuten Anstieg des Ölpreises auf zeitweise fast 100 US-Dollar je Barrel, nachdem Angriffe auf saudische Öltanker im Roten Meer die Sorge vor einer Ausweitung des Nahostkonflikts verstärkt hatten. Der Preis für die Sorte Brent kletterte auf bis zu 99,80 Dollar und lag zuletzt bei 98,50 Dollar.
Steigende Anleiherenditen schüren Zinsängste
Die steigenden Energiepreise trieben zugleich die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben. Die Rendite zehnjähriger Papiere stieg auf 4,35 Prozent und nährte Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. „Der Markt beginnt sich zu fragen, ob die Fed angesichts des Inflationsdrucks durch höhere Energiepreise die Zinsen doch noch einmal anheben muss“, kommentierte ein Händler.
Gemischte Quartalszahlen der Tech-Konzerne
Im Mittelpunkt standen die Reaktionen auf die Quartalszahlen der großen Technologiekonzerne. Alphabet übertraf zwar die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn und glänzte insbesondere mit einem Cloud-Wachstum von 82 Prozent, erhöhte aber die Prognose für die KI-Investitionen 2026 auf 195 bis 205 Milliarden US-Dollar. Dies belastet den freien Cashflow und setzte die Aktie unter Druck. Tesla verfehlte die Gewinnerwartungen deutlich, leidet unter sinkenden Margen und negativen freien Cashflows, während Elon Musk die Erwartungen an Optimus und Robotaxis dämpfte. Dagegen sorgte ServiceNow mit starken Zahlen und einer angehobenen Jahresprognose für Erleichterung im zuletzt stark unter Druck geratenen Softwaresektor.
Halbleiter: Texas Instruments überzeugt, STMicroelectronics enttäuscht
Im Halbleiterbereich blieb das Bild gemischt: Texas Instruments überzeugte mit starken Ergebnissen und einem robusten Ausblick, während STMicroelectronics trotz guter Quartalszahlen mit einem vorsichtigen Ausblick enttäuschte. Analysten senkten ihre Kursziele für Alphabet, Tesla und IBM, während ServiceNow, Texas Instruments und Apple überwiegend positive Kommentare erhielten.



