Iran-Konflikt: Neue US-Angriffswelle und diplomatische Bemühungen
Iran-Konflikt: Neue US-Angriffe und Diplomatie

Die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran hält an: Das US-Militär hat eine neue Angriffswelle gegen rund 90 Ziele im Iran für beendet erklärt, während Teheran mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait, Katar und Bahrain reagierte. Trotz der Gefechte betont die US-Regierung, dass technische Gespräche mit dem Iran fortgesetzt werden. Mindestens 14 Menschen kamen bei den US-Luftangriffen ums Leben, 78 weitere wurden verletzt, wie der iranische Pressedienst mitteilte.

Diplomatie trotz Kampfhandlungen

Ein US-Regierungsbeamter erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter.“ Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Verhalten der iranischen Führung einen Verstoß gegen das Rahmenabkommen „inakzeptablen Ausmaßes“ darstelle. Die USA hatten die Angriffe mit dem Beschuss von Handelsschiffen durch den Iran begründet. Verbündete am Persischen Golf wie Kuwait und Bahrain meldeten erneut feindlichen Beschuss.

Chamenei beerdigt – vier Monate nach Tötung

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung durch einen israelischen Luftangriff am 28. Februar wurde Irans früherer oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei im Imam-Resa-Schrein in Maschhad unter Ausschluss der Öffentlichkeit beigesetzt. Die Trauerzeremonien liefen seit rund einer Woche. Nach seinem Tod führten die USA und Israel über fünf Wochen Krieg gegen den Iran, bis Anfang April eine Waffenruhe vereinbart wurde. Trotz der Waffenruhe kam es mehrfach zu gegenseitigen Angriffen. Chameneis Sohn Modschtaba wurde zum neuen Staatsoberhaupt ernannt, trat aber öffentlich nicht auf.

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Straße von Hormus: Schiffsverkehr fast zum Erliegen

Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist nach der Eskalation nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Nur zwei Tanker passierten am Donnerstag die Meerenge. „Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen, was im Moment mehr über die Risikowahrnehmung aussagt als jede Erklärung aus Washington oder Teheran“, erklärte Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse bei Rystad Energy. Iranische Streitkräfte hatten US-Militärstützpunkte in benachbarten Golfstaaten attackiert. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen wurde vor dem Konflikt durch die Straße von Hormus transportiert. Der Verkehr lag mit durchschnittlich 40 Schiffen pro Tag weit unter dem Vorkriegsniveau von 125 bis 140 Schiffen.

Iran warnt USA vor Einmischung

Die iranische Revolutionsgarde drohte den USA mit einer „vernichtenden Antwort“ bei weiterer Einmischung. Die Angriffe und Maßnahmen zur Umleitung des Schiffsverkehrs beeinträchtigten die Wiederöffnung der Wasserstraße. Die Transportkapazität habe sich unter iranischer Aufsicht wieder auf etwa 50 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt, teilte die Revolutionsgarde mit. Der Zugang werde nur für Schiffe mit Genehmigung für iranische Routen ausgeweitet.

Israelische und libanesische Entwicklungen

US-Präsident Donald Trump telefonierte mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über Spannungen mit der Türkei. Netanjahu wies auf „die Schwere der Äußerungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seines Umfelds gegen die Existenz des Staates Israel“ hin. Trump hatte einen möglichen Verkauf von F-35-Kampfjets an die Türkei angedeutet, sich aber noch nicht endgültig entschieden. Netanjahu forderte Trump auf, vom Verkauf abzusehen.

Bei den Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon gibt es Fortschritte. US-Regierungskreisen zufolge haben sich beide Seiten auf Pilot-Zonen geeinigt, in denen das israelische Militär die Kontrolle an die libanesischen Streitkräfte abgeben soll, sofern keine Hisbollah-Kämpfer mehr präsent sind. Die genauen Orte wurden nicht bekanntgegeben.

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EU erwägt Sanktionen gegen Israel

Die Europäische Kommission hat Handlungsoptionen für Sanktionen gegen Israel wegen der Ausweitung illegaler Siedlungen im Westjordanland erarbeitet. Sie umfassen Beschränkungen und Verbote für die Einfuhr von Waren aus israelischen Siedlungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Siedlungspolitik als „völlig inakzeptabel“ und sagte: „Dies untergräbt die Zukunft der Zweistaatenlösung, die aus unserer Sicht die einzige tragfähige Lösung beziehungsweise der einzige Weg zu einem dauerhaften Frieden ist.“

Weitere regionale Entwicklungen

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi beriet mit seinen Amtskollegen aus Oman und der Türkei über die Lage in der Straße von Hormus. Jordanien meldete erneut Raketenbeschuss aus dem Iran; acht Raketen wurden abgefangen, niemand wurde verletzt. Ein iranischer Behördenvertreter warf den USA einen Luftangriff nahe des Atomkraftwerks Buschehr vor. Israels Verteidigungsminister Israel Katz knüpfte einen Rückzug aus dem Südlibanon an eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah. Der Iran bestellte den britischen Botschafter ein, nachdem Großbritannien dem Iran eine Verwicklung in einen Messerangriff auf einen Journalisten vorgeworfen hatte.