IS-Treueeid auf Handy des CSD-Attentäters Abdul Ballout gefunden
IS-Treueeid auf Handy des CSD-Attentäters

Die Bundesstaatsanwaltschaft hat bestätigt, dass auf dem Handy des mutmaßlichen Täters des CSD-Anschlags in Berlin ein Bekennervideo entdeckt wurde. Der 21-jährige Abdul Ballout, ein deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft, legte darin einen Treueeid auf die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ab. Das Video wurde nach seiner Festnahme am Sonntagabend auf seinem Mobiltelefon gefunden. Nach Angaben der Ermittler sprach Ballout auf Arabisch und bekannte sich zu einem früheren Anschlag im Berliner Tiergarten.

Hintergründe des Anschlags

Der Vorfall ereignete sich am Wochenende, als Ballout mit einem Van in eine Menschenmenge auf dem Christopher Street Day (CSD) fuhr. Dabei wurde eine 34-jährige Frau aus Polen getötet, 29 weitere Personen erlitten teilweise lebensgefährliche Verletzungen. Der Täter wurde bei der Festnahme von Einsatzkräften erschossen. Die Polizei hatte bereits kurz nach der Tat eine Verbindung zum IS vermutet.

Frühere Kontakte zum IS

Bereits im Jahr 2025 versuchte Ballout, sich dem IS anzuschließen. Laut der Generalstaatsanwaltschaft reiste er über die Türkei in den Libanon, um von dort aus nach Syrien zu gelangen. Im Libanon wurde er am 24. Juli 2025 festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Ein Militärgericht verurteilte ihn „unter anderem wegen Anstiftung zu religiösen und konfessionellen Konflikten“ zu drei Monaten Gefängnis. Schon 2024 hatte er auf seinem Instagram-Profil zwei Videos veröffentlicht, die IS-Symbole und Glaubenslieder zeigten.

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Rückkehr nach Deutschland und erneute Festnahme

Nach seiner Entlassung aus dem libanesischen Gefängnis flog Ballout am 17. November 2025 zurück nach Deutschland. Am Berliner Flughafen wurde er sofort erneut festgenommen und saß monatelang in Untersuchungshaft. Im Mai 2026 hob ein Gericht den Haftbefehl auf, und er wurde freigelassen. Wenige Wochen später, am 26. Juli 2026, verübte er den tödlichen Anschlag auf den CSD.

Ermittlungen und Reaktionen

Die Sicherheitsbehörden stehen nun in der Kritik, da Ballout trotz seiner nachgewiesenen IS-Nähe und früheren Verurteilung auf freiem Fuß war. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft, ob die Freilassung ein Fehler war. Politiker fordern Konsequenzen und eine Verschärfung der Überwachungsmaßnahmen für islamistische Gefährder. Der Fall wirft auch Fragen nach der Wirksamkeit von Terrorabwehr und der Zusammenarbeit mit libanesischen Behörden auf.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Der Anschlag auf den CSD hat in der queeren Gemeinschaft und der gesamten Bevölkerung Schock und Trauer ausgelöst. Mahnwachen und Proteste fanden statt, bei denen ein verstärkter Schutz queerer Veranstaltungen gefordert wurde. Die Polizei hat ihre Sicherheitsvorkehrungen für Pride-Events in ganz Deutschland erhöht. Experten warnen vor einer Zunahme islamistisch motivierter Gewalt gegen LGBTQ+ Personen und rufen zu mehr Präventionsarbeit auf.

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