Das ölreiche Zentralasien-Land Kasachstan hat als Reaktion auf massenhafte ukrainische Drohnenschläge in Russland eine Drosselung seiner Ölfördermengen bekanntgegeben. Das Energieministerium in der Hauptstadt Astana begründete den Schritt mit der Sicherheitslage am Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums im russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Die Verladestelle für das über die Kaspische Pipeline transportierte Öl war zuletzt wiederholt das Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.
Vorübergehende Maßnahme zur Sicherheit
Das Konsortium, das den Hafen für die Verschiffung von Öl nutzt, hatte zuletzt gegen die ukrainischen Angriffe protestiert. Die jetzige Senkung der Öl-Fördermengen sei eine vorübergehende Maßnahme, teilte das Ministerium weiter mit. Derzeit seien die Verladevorgänge „vorübergehend ausgesetzt, um die Sicherheit der Schiffe, der Besatzungen und der Umwelt im Schwarzmeer-Gebiet zu gewährleisten“. Die technischen Objekte funktionierten aber und seien einsatzbereit, sollte sich die Lage normalisieren, hieß es weiter in der Mitteilung.
Beratungen zur Wiederaufnahme des Exports
Es gebe einen ständigen Austausch mit dem Konsortium, Reedereien und staatlichen Stellen. „Derzeit finden fortlaufende Beratungen statt, um Lösungen zu erarbeiten, die darauf abzielen, die Voraussetzungen für eine sichere Schifffahrt zu gewährleisten und den stabilen Export von kasachischem Öl auf die Weltmärkte so schnell wie möglich wieder aufzunehmen“, teilte das Ministerium mit. Die Ukraine will mit den Drohnenangriffen den russischen Ölexport treffen, den Moskau zur Finanzierung seines Krieges gegen das Nachbarland nutzt. Kiew greift seit Monaten im ganzen Land auch Ölraffinerien und Lagerstätten an – sowie Schiffe der sogenannten Schattenflotte.
Hintergrund: Kasachstan erhöhte zuvor Fördermengen
Kasachstan hatte zuletzt seine Fördermengen wegen der angespannten Lage auf den Energiemärkten im Zuge des Krieges im Nahen Osten erhöht. Das auf die Einnahmen aus dem Export angewiesene Land musste aber schon im Mai einen Rückschlag hinnehmen, als Russland die Durchleitung von Öl durch die Druschba-Pipeline nach Deutschland wegen der ukrainischen Angriffe stoppte. Das machte etwa ein Fünftel der verarbeiteten Menge der Raffinerie PCK in Schwedt/Oder in Brandenburg aus.



