Vierte Verhandlungsrunde im Libanon-Krieg: Hoffnung auf Waffenruhe schwindet
Die Gespräche zur Beendigung des Krieges zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind in eine weitere Runde gegangen – begleitet von großer Skepsis. Die vierte Verhandlungsrunde von Regierungsvertretern Israels und des Libanons in Washington am Dienstag diente als Vorbereitung für das wichtigere Treffen an diesem Mittwoch, wie es aus Regierungskreisen in der libanesischen Hauptstadt Beirut hieß. Dann sollen ein schrittweiser Abzug der israelischen Truppen aus dem Nachbarland, die Stationierung der libanesischen Armee und eine Festigung der Waffenruhe thematisiert werden.
Waffenruhe von April unter Druck
Die Waffenruhe war im April nach US-Vermittlung verkündet worden und gilt formell zwischen den verfeindeten Nachbarländern Israel und dem Libanon. Die Hisbollah, gegen die Israel im Libanon kämpft, ist jedoch nicht an den Gesprächen beteiligt. Sie betrachtet Verhandlungen als Kapitulation und lehnt auch eine seit Langem geforderte Entwaffnung ab. Die Unsicherheit über den Fortgang der Gespräche ist groß, da die Hisbollah weiterhin Raketen auf israelische Städte abfeuert und Israel seine Luftangriffe auf den Libanon fortsetzt.
Ernsthaftes Interesse an umfassender Waffenruhe
Die Delegationen hätten am Dienstag unter anderem die Lage in den Vororten Beiruts diskutiert, berichtete der libanesische Fernsehsender LBCI. Es gebe ein ernsthaftes Interesse und klare Bemühungen zu einer umfassenden Waffenruhe, berichtete der libanesische Sender MTV unter Berufung auf Quellen im Präsidentenpalast. Dieses Ziel akzeptierten auch Israel und die USA. Die drei Parteien hätten dafür entsprechende Vorschläge präsentiert. Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam sagte, eine stabile Waffenruhe für das ganze Land sei das Hauptziel der Gespräche. Die Verhandlungen seien die „günstigste Möglichkeit für den Libanon und die Libanesen“, teilte er mit. Damit könne die „Besatzung“ durch Israel im Land schneller beendet werden und die Bewohner des Südens in ihre Städte und Dörfer zurückkehren.
Trumps Hoffnungsschimmer und Netanjahus Drohung
US-Präsident Donald Trump hatte am Montagabend nach Tagen der Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah etwas Hoffnung auf eine Entschärfung der Situation geschürt. Beide Seiten würden ihre gegenseitigen Angriffe zunächst stoppen, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social. Zudem werde Israel keine Truppen nach Beirut entsenden. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte allerdings, die Armee werde ihren Einsatz im Südlibanon wie geplant fortsetzen. Auch Angriffe in Beirut seien weiterhin möglich, wenn die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen würde. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die vierte Verhandlungsrunde tatsächlich eine Wende bringen kann oder ob der Krieg weiter eskaliert.



