Militärexperte zu Angriff auf Schule in Iran: „Tragischer Fehler“
Militärexperte: Angriff auf Schule in Iran war „tragischer Fehler“

Ein verheerender Angriff auf eine Schule in der iranischen Stadt Minab hat mehr als 160 Menschen das Leben gekostet. Der Militärexperte Chris Lincoln-Jones bewertet den Vorfall als „tragischen Fehler“ und verlangt eine umfassende Untersuchung. In einem Interview mit dem SPIEGEL äußerte er sich zu den Hintergründen und möglichen Verantwortlichkeiten.

Über 160 Tote bei Angriff auf Schule in Minab

Der Angriff ereignete sich am 25. Juni 2026 in Minab, einer Stadt im Süden Irans. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 160 Menschen ums Leben, darunter zahlreiche Kinder und Jugendliche. Die iranische Regierung beschuldigt die USA, den Angriff durchgeführt zu haben. Washington hat dies bislang nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.

Chris Lincoln-Jones, ein renommierter Militärexperte, analysierte die Situation für den SPIEGEL. „Wer auch immer geschossen hat, hat es wirklich so gemeint“, sagte er. Dennoch gehe er von einem „tragischen Fehler“ aus – etwa einer Verwechslung oder einer fehlgeleiteten Aktion. Er betonte, dass der Angriff „kein Zufallstreffer“ gewesen sei, sondern gezielt erfolgte.

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Forderung nach internationaler Aufklärung

Lincoln-Jones forderte eine unabhängige internationale Untersuchung. „Es muss geklärt werden, wer diesen Angriff befohlen hat und warum eine Schule zum Ziel wurde“, erklärte er. Die USA und Iran müssten kooperieren, um weitere Eskalationen zu vermeiden. Der Experte warnte vor einer Verschärfung des Konflikts: „Ein solcher Vorfall könnte die Region in einen offenen Krieg stürzen.“

Die Vereinten Nationen haben bereits ihre Besorgnis geäußert und eine Untersuchung angekündigt. Der iranische Außenminister sprach von einem „Kriegsverbrechen“ und drohte mit Vergeltung. Die USA hingegen wiesen die Vorwürfe zurück und sprachen von einer „komplexen Situation“.

Reaktionen und Ausblick

In Iran kam es nach dem Angriff zu landesweiten Protesten. Demonstranten forderten den Abzug ausländischer Truppen und Vergeltung für die Toten. Die Regierung in Teheran rief zu Besonnenheit auf, kündigte aber gleichzeitig eine „angemessene Antwort“ an.

Lincoln-Jones zeigte sich besorgt über die angespannte Lage. „Beide Seiten müssen jetzt deeskalieren“, forderte er. „Die Weltgemeinschaft ist gefordert, zu vermitteln.“ Der Angriff auf die Schule in Minab könnte sich als Wendepunkt im Konflikt zwischen Iran und den USA erweisen.

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