Mychajlo Drapatyj, der neue Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, hat in einem ersten Telefonat mit dem NATO-Oberbefehlshaber in Europa, Alexus Grynkewich, seine Strategie für den Verteidigungskrieg gegen Russland dargelegt. Dabei kündigte er eine Ausweitung der ukrainischen Luftangriffe auf das russische Hinterland an, wie er in sozialen Netzwerken mitteilte. Zudem müsse das Einsickern russischer Truppen in die ukrainischen Verteidigungslinien verhindert werden.
Zwei Prioritäten für den Sieg
Drapatyj, der vor rund einer Woche den entlassenen General Oleksandr Syrskyj ablöste, legte den Fokus auf zwei entscheidende Prioritäten. Er forderte mehr Mittel und Unterstützung, um die Angriffsfähigkeit der Ukraine zu stärken. Konkret gehe es darum, Russland empfindlich zu treffen und gleichzeitig die eigenen Linien zu sichern. Das Gespräch mit Grynkewich diente laut Drapatyj dazu, die notwendigen Schritte für einen Sieg der Ukraine über Russland zu erörtern.
Ausweitung der Angriffe seit dem Frühjahr
Bereits seit dem Frühjahr hat die Ukraine ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf russische Ziele deutlich ausgeweitet – selbst Hunderte Kilometer hinter der Frontlinie. Nach Berichten westlicher Medien profitiert Kiew dabei von nachrichtendienstlicher Unterstützung westlicher Staaten. Diese Angriffe richteten sich unter anderem gegen Raffinerien, was zeitweise zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung in Russland und den besetzten Gebieten führte. In den vergangenen Wochen meldeten die russischen Behörden eine steigende Zahl ziviler Opfer infolge der Attacken.
Reaktionen und Ausblick
Die neue Strategie Drapatyjs könnte den Krieg auf eine neue Eskalationsstufe heben. Während die Ukraine ihre Fähigkeiten im Bereich der Langstreckenangriffe weiter ausbaut, betont die NATO die Bedeutung der Unterstützung für Kiew. Experten sehen in der Ausweitung der Luftangriffe einen Versuch, die russische Logistik zu stören und den Druck auf Moskau zu erhöhen. Drapatyj selbst betonte in seinem Statement, dass die Ukraine entschlossen sei, ihre Verteidigung zu stärken und gleichzeitig offensive Operationen durchzuführen.



