Ein 39-jähriger Pilot von Malaysia Airlines wurde am Flughafen Soekarno-Hatta in Jakarta mit rund 26 Kilogramm Drogen erwischt. In seinem Gepäck fanden Zollbeamte 70.114 Ecstasy-Pillen und eine kleine Menge Methamphetamin. Dem Mann droht nun in Indonesien die Todesstrafe.
Drogentest positiv nach Flug MH727
Der Pilot, der nur mit den Initialen MSO genannt wird, hatte kurz zuvor den Malaysia-Airlines-Flug MH727 von Kuala Lumpur nach Jakarta absolviert. Nach der Landung fiel ein Drogentest positiv aus – auf mehrere Substanzen, darunter Ecstasy, Methamphetamin und Kokain. Die Beamten durchsuchten daraufhin sein Gepäck und wurden fündig.
Überwachungskameras zeigen, wie der Pilot in Uniform einen silbernen Hartschalenkoffer vom Gepäckband holt und einen schwarzen Koffer hinter sich herzieht. Er wollte offenbar den Crew-Ausgang nutzen, doch die Kontrolle schlug an. Im Prüfbereich öffneten die Beamten den Koffer und fanden unter Kleidung braune Pakete mit den Drogen.
Bizarres Detail: Urin-Fläschchen
Zusätzlich zu den Drogen entdeckten die Ermittler ein Fläschchen mit Urin. Laut Behörden könnte es dazu gedacht gewesen sein, einen Drogentest heimlich zu manipulieren. Dieser Fund wirft ein weiteres Licht auf die kriminelle Energie des Piloten.
Die Ermittlungen führen zurück nach Malaysia. Die Drogen sollen aus einem Apartment in Ampang im Großraum Kuala Lumpur stammen. Datuk Hussein Omar Khan, Chef des Bukit Aman Narcotics Crime Investigation Department, sagte, die Polizei habe außerdem eine Telefonnummer identifiziert, die mit der Übergabe in Verbindung stehen soll.
Der Weg des Koffers wirft Fragen auf
Laut der Zeitung „New Straits Times“ soll der Pilot am Morgen des 28. Juli am Flughafen Kuala Lumpur angekommen sein, das Gepäck aufgegeben, es dort gelassen haben und zunächst nach Kota Kinabalu geflogen sein. Danach kehrte er nach Kuala Lumpur zurück und flog später weiter nach Jakarta. Diese ungewöhnliche Route könnte darauf hindeuten, dass er versuchte, die Drogen unauffällig zu transportieren.
Für den Transport soll der Pilot 50.000 malaysische Ringgit erhalten haben, umgerechnet rund 10.000 Euro. Die Drogenladung hatte laut Berichten einen Wert von etwa 13,5 Millionen Ringgit (2,86 Millionen Euro). Malaysia Airlines erklärte, man nehme die Vorwürfe ernst, dulde kein Fehlverhalten und kooperiere mit den Behörden.
Todesstrafe droht
Die Ermittler gaben an, dass die Polizei MSO für ein Mitglied eines internationalen Drogenhändlerrings hält. Dem Piloten drohen in Indonesien bei einer Verurteilung lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe. Urteile werden durch ein Erschießungskommando vollstreckt, wobei seit 2016 trotz verhängter Todesurteile offiziell keine Hinrichtungen mehr stattgefunden haben.



