Posad-Pokrowsk: Ein Dorf zwischen Wiederaufbau und ständiger Bedrohung
Posad-Pokrowsk bei Cherson sollte ein Symbol für den ukrainischen Wiederaufbau werden. Als Kriegsreporter Jan Jessen das Dorf vor einem Jahr besuchte, standen dort noch Rohbauten, aber es gab große Hoffnungen. Heute sind viele Häuser fertiggestellt, Familien sind zurückgekehrt, und Kinder spielen wieder auf den Straßen. Doch der Krieg ist nicht verschwunden. FPV-Drohnen greifen Tankstellen, Geschäfte und andere zivile Einrichtungen an. Die Bewohner berichten von neuer Angst, fehlendem Schutz und den Herausforderungen des Alltags.
In der aktuellen Folge des Podcasts „Im Krisenmodus“ spricht Jessen mit Menschen, die geblieben sind oder zurückgekehrt sind. Sie erzählen von Wiederaufbau und Verlust, von mangelnder Infrastruktur und der Frage, warum sie ihre Heimat trotz allem nicht verlassen wollen. Die Reportage zeigt ein Dorf zwischen Hoffnung und Bedrohung und beleuchtet, was Wiederaufbau in einem andauernden Krieg wirklich bedeutet.
Stimmen aus Posad-Pokrowsk
- Oleh Dolholutskyi (41), Initiative „Mehr Taten, weniger Worte“: Er spricht über Trauer, Schutzlücken und Netze, die noch ohne Pfeiler lagern.
- Iwan, Tankwart an der Ukrnafta-Tankstelle: Er berichtet vom nächtlichen Drohnentreffer und seiner ersten Splitterschutzweste.
- Vadym: Er schildert den Alltag mit Drohnen und Kamikaze-Drohnen.
- Wolodymyr Mikheiew (62): Er kritisiert die fehlende Infrastruktur und fordert, Militärfahrzeuge nicht direkt vor Geschäften zu parken.
- Lena: Sie beschreibt den Weg von Ruinen zu Kinderlachen und die Perspektive von zehn weiteren Jahren Wiederaufbau – wenn Hilfe kommt.
- Oleksandra („Sasha“): Sie erklärt, warum Heimat für sie und ihre Familie der Grund ist, im Ort zu bleiben.
- Wassyl Rakovskyi: Er erzählt vom Park, den Kindern und Bäumen, die in Bombentrichtern wurzeln.
- Swetlana, Abgeordnete der Siedlung Promin: Sie spricht über das Kinderkino als kurzen Moment der Normalität.
Kapitelübersicht des Podcasts
1. Zurück in Posad-Pokrowsk
Vor einem Jahr war das Dorf ein Symbol für den Wiederaufbau. Jan Jessen kehrt zurück und fragt: Was ist aus den Hoffnungen von damals geworden?
2. Alltag unter Drohnen
Tankstellen, Geschäfte und Straßen geraten wieder ins Visier von FPV-Drohnen. Bewohner berichten, wie sie mit der ständigen Bedrohung leben.
3. Neue Häuser, alte Probleme
Der Wiederaufbau ist sichtbar. Doch viele Menschen kämpfen weiterhin mit fehlender Infrastruktur, unsicherer Wasserversorgung und mangelndem Schutz.
4. Warum die Menschen bleiben
Trotz Krieg, Angst und Zerstörung kehren Familien zurück. Bewohner erzählen, warum sie ihre Heimat nicht aufgeben wollen.
5. Kino im Bus: Wenn Kinder im Krieg wieder lachen
Parks, Filmabende und neue Begegnungsorte sollen den Kindern etwas zurückgeben, das der Krieg ihnen genommen hat: Alltag.
6. Ein Dorf zwischen Hoffnung und Krieg
Posad-Pokrowsk verändert sich. Doch die Angriffe gehen weiter. Was braucht es, damit Wiederaufbau mehr wird als nur neue Häuser?
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Der Podcast „Im Krisenmodus“ erscheint alle zwei Wochen mittwochs und ist überall verfügbar, wo es Podcasts gibt.



