Tausende in Tirana protestieren gegen Kushner-Projekt und Kanye West
Proteste in Albanien gegen Kushner und Kanye West

In Albanien haben am Samstag erneut Tausende Menschen in der Hauptstadt Tirana gegen die Regierung von Ministerpräsident Edi Rama protestiert. Die Demonstranten forderten den Rücktritt Ramas und wandten sich gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Gleichzeitig richtete sich der Unmut gegen ein Konzert des umstrittenen US-Rappers Kanye West, der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftritt.

Proteste gegen Luxusbau im Naturschutzgebiet

Die Kundgebungen richten sich seit Wochen gegen den Bau eines Luxushotels im Naturschutzgebiet Zvernec an der albanischen Südwestküste. Das Projekt wird mit Ivanka Trump, der Tochter des US-Präsidenten, und ihrem Ehemann Jared Kushner in Verbindung gebracht. Vorgestellt wurde das Bauvorhaben bereits im Jahr 2024. Die Proteste begannen Ende Mai, als Stacheldraht und Bulldozer an den Stränden von Zvernec auftauchten. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel und Flamingos.

Dem Plan zufolge ist auch die Umwandlung der bislang unbewohnten Insel Sazan – einst eine geheime kommunistische Militärbasis – in einen glanzvollen Urlaubsort vorgesehen. Die albanische Regierung versucht seit Langem, die Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln. Die Familie von Donald Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen nicht nur Trumps Söhnen, sondern auch Kushner und seiner Frau vor, Trumps Präsidentschaft für eigene Geschäfte zu nutzen.

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Kanye West im Fokus der Kritik

Die Demonstranten, die albanische Flaggen schwenkten, riefen Parolen gegen Rama und Kanye West. Der Rapper hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Rama traf sich vor dem Konzert mit dem Musiker und veröffentlichte anschließend ein Video dazu. Genaue Teilnehmerzahlen der Proteste liegen nicht vor. Nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP gehen täglich Tausende Menschen auf die Straße.

Wirtschaftliche Hintergründe

Albanien versucht durch Tourismusinvestitionen sein Wirtschaftswachstum zu fördern. Das Luxusprojekt von Kushner und Trump ist Teil einer Reihe internationaler Investitionen in dem Balkanland. Kritiker befürchten jedoch negative Auswirkungen auf die Umwelt und die einheimische Bevölkerung. Die Proteste in Tirana sind ein Zeichen des wachsenden Widerstands gegen die Regierungspolitik Ramas, der seit 2013 im Amt ist.

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