Putins Krieg in der Ukraine: Drei Zahlen zeigen die verheerende Bilanz
Putins Krieg: Drei Zahlen zeigen die verheerende Bilanz

Der russische Machthaber Wladimir Putin räumt inzwischen selbst Probleme mit seinem Ukraine-Krieg ein. Ein genauerer Blick auf drei zentrale Zahlen zeigt jedoch, wie verheerend die Lage für Russland tatsächlich ist. Dennoch warnt der Westen vor voreiliger Euphorie.

Ein Drittel der russischen Raffinerien steht still

Russland, bekannt für seine fossilen Energieressourcen, erlebt eine Treibstoffkrise. Bereits Anfang Juni 2026 sank die Ölverarbeitung auf unter vier Millionen Barrel pro Tag – der niedrigste Stand seit 21 Jahren, so Analysten der Consultingagentur Energy Intelligence. Ein Drittel aller Raffinerien stand Ende Juni aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe still. Bilder von brennenden Anlagen dominieren die sozialen Medien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht dabei von „Langstreckensanktionen“. Die selbstproduzierten Drohnen fliegen teils über tausend Kilometer und treffen das Herz von Putins fossilem Imperium. Der Treibstoffmangel betrifft nun auch die russische Bevölkerung, die den Krieg bislang fernab der Front erlebte.

Nur 19,4 Prozent der Ukraine besetzt

Seit 2014 hat Russland laut verfügbaren Zahlen gerade einmal 19,4 Prozent der Ukraine erobert – inklusive der Krim und der von Separatisten kontrollierten Gebiete im Osten. Der Vormarsch ist deutlich ins Stocken geraten. Nach Daten des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) gewann die russische Armee im Juni 2026 lediglich 30,02 Quadratkilometer Land hinzu, etwa die Größe der Nordseeinsel Borkum. Im Juni 2025 waren es noch 481,87 Quadratkilometer.

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1,4 Millionen russische Soldaten tot, verwundet oder vermisst

Für die geringen Gebietsgewinne opfert Putin Zehntausende Soldaten. Das Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington berechnete die Gesamtverluste seit 2022 auf 1,4 Millionen, darunter 400.000 bis 450.000 Tote. Historisch betrachtet ist die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine „mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen“. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Verluste bei sinkenden Gebietszuwächsen merklich an; das Verhältnis zu ukrainischen Verlusten betrug 8:1, während es zuvor meist bei 2:1 oder 3:1 lag. Grund hierfür ist der massive Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.

Momentaufnahme mit Risiken

Die Zahlen belegen die enormen Kosten und das menschliche Leid des Krieges. Sie deuten ein Zeitfenster für stärkeren Druck auf Russland an. Doch Oberstleutnant Andreas Rapp vom German Institute for Defence and Strategic Studies warnt: Russland setze weiterhin ballistische Raketen, Gleitbomben und Artillerie ein, und die Ukraine leide „chronisch an Munition“ für die Abwehr. Auch russische Drohnenspezialisten zerstörten ukrainische Logistik. Die personelle und materielle Überlegenheit Russlands sowie Personalprobleme der ukrainischen Armee bestünden fort. Daher sei es verfrüht, die Zahlen als Zeichen einer garantierten Kriegswende zu interpretieren.

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