Russland erzielt im Juni kaum Geländegewinne – Litauen plant Atomwaffen-Aufhebung
Russland erzielt im Juni kaum Geländegewinne

Das Institut für Kriegsstudien (ISW) berichtet in seinem aktuellen Lagebericht, dass Russland im Juni 2026 nahezu keine operativ bedeutsamen Geländegewinne in der Ukraine erzielt habe. „Das Vormarschtempo der russischen Streitkräfte lag im Juni 2026 nur bei einem Bruchteil des Tempos, das sie im Juni 2025 erreicht hatten“, so das ISW. Konkret eroberte Russland im Juni 2026 nur 30,42 Quadratkilometer, während es im Vorjahresmonat noch 481,25 Quadratkilometer gewesen waren. Die Ukraine umfasst rund 600.000 Quadratkilometer; etwa ein Fünftel des Territoriums steht unter russischer Kontrolle.

Litauen will Verfassungsverbot für Atomwaffen aufheben

Litauens Präsident Gitanas Nauseda kündigte an, dass sich die Parlamentsparteien auf einen Plan zur Aufhebung des verfassungsrechtlichen Verbots von Atomwaffen auf litauischem Boden einigen. „Die geopolitische Lage verschlechtert sich“, sagte Nauseda. Die Verfassung sei unter völlig anderen geopolitischen Umständen geschrieben worden. Zwar gebe es keine unmittelbaren Pläne, Atomwaffen in Litauen zu lagern, doch die Aufhebung solle sicherstellen, dass das Land bei einer Änderung der Sicherheitslage handlungsfähig bleibe.

Selenskyj dringt auf US-Lizenz zur Patriot-Herstellung

Nach dem schweren russischen Angriff auf Kyjiw forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr Unterstützung der Verbündeten bei der Luftverteidigung. „Lieferungen zur Luftverteidigung für die Ukraine haben absolute und entscheidende Priorität“, schrieb Selenskyj auf Facebook. Die Ukraine zähle „sehr stark“ auf eine Entscheidung der USA zu Patriot-Lizenzen und anderen Formen der Zusammenarbeit. „Das sind die Schritte, die diesen Krieg stoppen und Angriffe wie diesen verhindern können“, erklärte er.

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Massiver russischer Angriff auf Kyjiw

In der Nacht zum 2. Juli 2026 wurde Kyjiw massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von mindestens 13 Toten und 86 Verletzten und bezeichnete den Angriff als schwerste Attacke seit Kriegsbeginn. Mehrstöckige Gebäude, darunter ein Hotel, gerieten in Brand, einige Wohnhäuser wurden völlig zerstört. Der Leiter der Militärverwaltung der Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, warf Russland eine gezielte Attacke auf Wohngebiete und Zivilisten vor. Auch in anderen Städten wie Saporischschja, Pawlohrad, Sumy und Charkiw gab es Luftalarm und Explosionen.

Spritmangel in Russland schürt Unruhe

Die Treibstoffkrise in Russland infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Tanklager führt zu wachsender Unruhe in der Bevölkerung. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen fürchten Bauern um die Ernte. Autofahrer tauschen im Internet Tipps aus, wo es noch Benzin gibt; in sozialen Medien kursieren Videos von Handgreiflichkeiten an Tankstellen. Landwirte berichten, dass sie sich Treibstoff für die Ernte kaum noch leisten können.

EuGH: RT-Videos auch auf kostenlosen Seiten verboten

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied, dass Videos des russischen Staatssenders RT in der EU auch auf kostenlos nutzbaren Internetseiten nicht veröffentlicht werden dürfen. Der Begriff Betreiber umfasse alle, die verbotene Inhalte bereitstellten, unabhängig davon, ob damit Gewinn erzielt werde. Nur so könne die Verbreitung russischer Propaganda verhindert werden.

Kallas kündigt neue Sanktionen an

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kündigte als Reaktion auf die jüngsten russischen Angriffe neue Sanktionsvorschläge an. „Heute werde ich vorschlagen, weitere Einrichtungen und Unternehmen zu sanktionieren, die den russischen militärisch-industriellen Komplex unterstützen“, teilte sie mit. Je stärker Moskau Zivilisten angreife, desto schärfer müssten die Sanktionen ausfallen.

Studie: Russische Verluste steigen stark

Eine Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) beziffert die gesamten russischen Verluste seit Kriegsbeginn auf rund 1,4 Millionen Tote, Verletzte oder Vermisste. Das Verhältnis der Verluste zwischen Russland und der Ukraine sei im ersten Halbjahr 2026 auf schätzungsweise 8:1 gestiegen, hauptsächlich aufgrund des verstärkten Einsatzes ukrainischer Kampfdrohnen. Die Zahl der russischen Gefallenen wird auf 400.000 bis 450.000 geschätzt, die der ukrainischen auf 125.000 bis 150.000.

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Ukraine legt Regeln für Waffenexporte fest

Die ukrainische Regierung hat einen transparenten Mechanismus für den Export eigener Waffen beschlossen. Verteidigungsminister Mychailo Fedorow erklärte, dass andere Länder „ukrainische Waffen und Technologien kaufen und direkt mit ukrainischen Herstellern zusammenarbeiten“ könnten. Oberste Priorität bleibe jedoch die Versorgung der eigenen Armee; Exporte seien nur möglich, wenn diese garantiert sei.