Massiver Raketenangriff auf Kiew: Eine Tote, 13 Verletzte
In der Nacht zum 19. Juli 2026 hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew mit einem massiven Raketenangriff überzogen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerten die russischen Streitkräfte insgesamt 41 ballistische Raketen ab, darunter Iskander-M-Raketen und Zirkon-Hyperschallmarschflugkörper. Die Luftabwehr konnte lediglich 18 Raketen abfangen. Zudem kamen 125 Drohnen zum Einsatz. Mindestens ein Mensch wurde getötet, 13 weitere erlitten Verletzungen.
„Es war die schlimmste Nacht meines Lebens“
Der Angriff begann gegen 1:30 Uhr Ortszeit. In mehreren Stadtteilen Kiews brachen Brände aus, darunter in einem Wohnheim, einem Wohnhaus und einem Supermarkt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko mitteilte. Die Wucht einer Explosion war so stark, dass im Stadtzentrum die Alarmanlagen geparkter Autos ausgelöst wurden. Die U-Bahn-Station „Lukjaniwska“ musste geschlossen werden, nachdem einer der Eingänge durch den Angriff zum Einsturz gebracht worden war. Die Anwohnerin Eleonora Belei (30) sagte dem „Kyiv Independent“: „Es war die schlimmste Nacht meines Lebens. Unser Viertel wird fast jeden Monat angegriffen, aber noch nie war es so nah.“
Außenminister fordert stärkere Reaktion des Westens
Der geschäftsführende ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schrieb auf der Plattform X, Russland habe rund vier Dutzend Raketen abgefeuert. Er forderte eine angemessene und starke Reaktion der internationalen Gemeinschaft. „Es braucht mehr Druck auf die Führung in Moskau, um den Terror zu beenden“, so Sybiha. Die Ukraine appelliert immer wieder an ihre Verbündeten, insbesondere die USA, mehr Munition für die Luftabwehr zur Verfügung zu stellen.
Hintergrund: Vergeltung für ukrainische Drohnenangriffe
Die Angriffe folgten einen Tag nach ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Logistikzentren des Online-Händlers Wildberries in Russland. Laut ukrainischen Angaben wurden von dort auch Drohnenkomponenten an die Front geliefert. Bei den Angriffen sollen acht Menschen getötet worden sein. Als Reaktion drohte Grigory Karasin, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, mit einer schnellen und harten Vergeltung. Russland behauptet stets, ausschließlich militärische Infrastruktur in der Ukraine anzugreifen. Die jüngsten Angriffe auf Wohngebiete und zivile Einrichtungen in Kiew widersprechen dieser Darstellung jedoch eindeutig.
Auswirkungen und Reaktionen
In den betroffenen Stadtteilen sind die Bewohner noch immer mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Durch die Wucht des Raketeneinschlags wurde ein Auto in die erste Etage eines Wohnhauses geschleudert. Die Behörden haben die Schadensaufnahme eingeleitet. Der Angriff zeigt erneut die Verwundbarkeit der ukrainischen Hauptstadt und die Notwendigkeit einer verstärkten Luftverteidigung. Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, die Ukraine wirksamer zu unterstützen, um weitere Opfer unter der Zivilbevölkerung zu verhindern.



