Erneut ist ein Mensch bei einem Einsatz der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) ums Leben gekommen. In der Stadt Biddeford im Bundesstaat Maine wurde nach Angaben der lokalen Polizei und der Gouverneurin Janet Mills ein Mann getötet, als ICE-Beamte im Einsatz waren. Die genauen Umstände sind noch unklar.
Opfer war Kolumbianer mit Arbeitserlaubnis
Lokalen Bürgerrechtsorganisationen zufolge handelt es sich bei dem Getöteten um einen 26-jährigen Mann aus Kolumbien, der über eine gültige Arbeitserlaubnis in den USA verfügte. Die Behörde ICE reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu dem Vorfall. Der Tod ereignete sich nur wenige Tage, nachdem in Houston, Texas, ein ICE-Beamter einen mexikanischen Einwanderer erschossen hatte.
Hintergrund: Tödliche Vorfälle häufen sich
Der Vorfall in Texas ereignete sich nach Darstellung des Heimatschutzministeriums, als der Mexikaner sich Anweisungen widersetzt, ein Einsatzfahrzeug gerammt und versucht haben soll, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe der ICE-Beamte in Notwehr geschossen. Unabhängige Überprüfungen dieser Darstellung sind nicht möglich. In der Vergangenheit hatten Videoaufnahmen von ähnlichen Einsätzen erhebliche Zweifel an den offiziellen Schilderungen aufkommen lassen.
Erst im Januar hatten Bundesbeamte die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti erschossen, was landesweit für Empörung sorgte. Die Kritik am Vorgehen der ICE-Beamten nimmt angesichts der jüngsten Todesfälle weiter zu. Menschenrechtsorganisationen fordern eine unabhängige Untersuchung der Vorfälle und eine Reform der Behörde.



