Der legendäre Tourteufel Didi Senft (74) ist am Dienstagmittag in Barcelona Opfer eines Autoaufbruchs geworden. Während er nur 20 Minuten abwesend war, schlugen unbekannte Täter die rechte Seitenscheibe seines Mercedes-Mini-Vans ein und entwendeten persönliche Gegenstände. Der Vorfall ereignete sich beim Grand Depart der Tour de France, wo Senft seit Jahrzehnten als Kultfigur gilt.
Diebe schlagen während Senfts Abwesenheit zu
Senft, der seit 1993 als „El Diablo“ bei Radrennen weltweit bekannt ist, hatte sein Auto in Barcelona abgestellt. Gegen 12 Uhr mittags kehrte er zurück und fand die zertrümmerte Scheibe vor. „Als ich zurückkam, war die rechte Seitenscheibe eingeschlagen“, berichtete er BILD. Die Täter hatten es auf offenbar zufällige Beute abgesehen: Neben einem zweiten Handy und einem großen Teufel-Lautsprecher fehlten auch eine Zahnbürste, Kamm, Cremes und sein Essen. Glücklicherweise trug Senft sein Geld und sein Haupt-Handy bei sich, sodass der finanzielle Schaden begrenzt blieb.
Tourteufel lässt sich nicht unterkriegen
Trotz des Schocks und der „ganzen Woche, dran zu knabbern“, wie Senft sagte, setzte er seine Reise bei der Tour de France fort. Er klebte das kaputte Fenster provisorisch mit Folie ab und fuhr zunächst mit halber Kraft weiter. Am Mittwoch konnte er einen Termin bei Carglass wahrnehmen, der den Mercedes wieder reparierte. „Nach drei Etappen mit halber Kraft bin ich am Donnerstag wieder voll dabei“, erklärte Senft. Er plante, am Anstieg zum Tourmalet zu stehen, genauer gesagt 14 Kilometer vor dem Ziel in Gavarnie-Gèdre. Dort wird er von Fans umlagert, die ihn feiern: „Die zerreißen mich hier. El Diablo ist die Nummer 1“, sagte er stolz.
Senft: Eine Tour-de-France-Legende
Didi Senft, gebürtiger Brandenburger, gehört seit über 30 Jahren zum Inventar der Tour de France. Mit seinen skurrilen Fahrraderfindungen und dem roten Teufelskostüm ist er weltweit bekannt. Er steht mehrfach im Guinnessbuch der Rekorde und betrieb lange ein Fahrradmuseum in Storkow (Brandenburg), das er vor einigen Jahren schloss. Seine Leidenschaft für die Tour und den Radsport gab er nie auf. Ob in Frankreich, Japan oder Singapur – überall ist er als Star gefragt. Die Täter des Autoaufbruchs ließ das jedoch kalt. Die Polizei in Barcelona hat die Ermittlungen aufgenommen, bislang gibt es keine Hinweise auf die Täter.



