Ukraine-Krieg: 14 Tote bei Angriff auf Kiew, Wildberries-Lager brennen
Ukraine: 14 Tote bei Angriff auf Kiew, Wildberries-Lager brennen

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht 14 Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Der Rettungsdienst teilte auf Telegram mit, dass zudem mehrere Lagerhäuser in der Region Kiew beschädigt wurden. Bürgermeister Vitali Klitschko hatte zuvor berichtet, dass Russland ballistische Raketen eingesetzt habe und die Luftabwehr im Einsatz sei.

Drohnenangriffe auf russische Logistikzentren

Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf russische Logistikzentren fortgesetzt. In der Region Tula geriet ein Lager des Online-Händlers Wildberries in Brand, wie Gouverneur Dmitri Miljajew mitteilte. Ein Mensch wurde verletzt. Das Unternehmen bestätigte den Angriff und erklärte, die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet. Seit Mitte Juli wurden bereits mehr als ein Dutzend Wildberries-Anlagen mit Drohnen attackiert.

Auch in der Region Moskau, bei St. Petersburg und in Twer wurden Lagerhäuser getroffen. In Tschechow bei Moskau kamen bei einem Drohnenangriff fünf Menschen ums Leben, sechs wurden verletzt, wie Gouverneur Andrej Worobjow mitteilte. In der Nähe von St. Petersburg brannte ein Lager des Lebensmittelhändlers Lenta. In Samara brannte ein Wildberries-Lager vollständig aus, alle Waren wurden zerstört.

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Schwarzes Meer: Angriffe auf Schiffe und Exportprobleme

Russland hat nach eigenen Angaben sieben Frachtschiffe in ukrainischen Häfen und im Schwarzen Meer angegriffen. Das Verteidigungsministerium erklärte, diese Schiffe würden im Interesse des ukrainischen Militärs genutzt. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Die russische Reederei Fesco nimmt nach dem Untergang ihres Schiffes „Janina“ durch ukrainische Seedrohnen keine neuen Aufträge für das Schwarze Meer mehr an.

Die Ukraine warnt vor einem Einbruch ihrer Getreideexporte. Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj sagte der Nachrichtenagentur Reuters, seit fast zwei Wochen seien keine Schiffe mehr in die Häfen rund um Odessa eingelaufen. Die direkten Verluste für den Agrarsektor könnten sich auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar belaufen. Alternative Exportrouten per Bahn seien teurer und könnten nur etwa die Hälfte der bisherigen Menge bewältigen. Die Preise für Getreide und Ölsaaten seien im Inland bereits um 30 Prozent gefallen. Wyssozkyj warnte vor steigenden Lebensmittelpreisen weltweit und rief die Verbündeten zur Hilfe bei der Sicherung des Schwarzen Meeres auf.

Luftraum: Russische Aufklärer über Ostsee abgefangen

Die polnische Luftwaffe hat zum dritten Mal innerhalb weniger Tage ein russisches Aufklärungsflugzeug über der Ostsee abgefangen. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schrieb auf X, die Il-20 sei 56 Kilometer nordöstlich von Koszalin unterwegs gewesen, zwei polnische Kampfjets hätten sie abgefangen. Der polnische Luftraum sei nicht verletzt worden. Die russischen Erkundungsflüge hätten zuletzt zugenommen. Kosiniak-Kamysz betonte, Russland teste damit die Wachsamkeit der Nato.

Innenpolitische Entwicklungen: Schüsse auf der Krim, Saluschnyj zur Nato

Auf der von Russland annektierten Krim hat ein Soldat vier Menschen getötet und vier weitere verletzt. Der Vorfall ereignete sich im Dorf Chmelnyzke bei Sewastopol, wie der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew mitteilte. Der Schütze wurde festgenommen, ein Motiv nannte er nicht.

Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee, Walerij Saluschnyj, hält einen Nato-Beitritt der Ukraine für ausgeschlossen. „Leider werden wir niemals wirklich beitreten“, wurde er von „Evropeiska Pravda“ zitiert. Er kenne die Nato gut, habe zwölf Jahre daran gearbeitet, Standards zu erfüllen, aber jedes Jahr nur „Märchen“ gehört. Die Ukraine erfülle die militärischen Standards nicht, es fehle an Technologie wie Raketenabwehr und Weltraumfähigkeiten.

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Selenskyj: Druck auf Moskau bis Herbst, Entlassung der Botschafterin

Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, Russland bis zum Herbst so unter Druck zu setzen, dass es einem Frieden zustimmt. Vor ukrainischen Botschaftern sagte er, Drohnenangriffe, Sanktionen und Diplomatie müssten zusammenwirken. Er wies die Diplomaten an, Waffen zu organisieren. Gleichzeitig entließ er die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, die selbst um ihre Entlassung gebeten hatte. Über eine Nachfolge ist nichts bekannt.

Wirtschaft: LNG-Schattenflotte wächst, Ölfrachtraten steigen

Russland baut seine LNG-Schattenflotte aus. Wie die „Financial Times“ berichtet, hat Moskau im letzten halben Jahr mindestens acht gebrauchte Tanker gekauft und zwei neue gebaut, die Flotte umfasst nun 25 Schiffe. Damit soll der Export von russischem Erdgas in die EU auch nach dem Verbot ab 2027 möglich bleiben. Die Öl-Schattenflotte umfasst bereits mehr als 1000 Schiffe.

Die Frachtraten für russisches Rohöl der Sorte Urals nach Indien sind seit Mitte Juli um etwa 50 Prozent gestiegen. Grund sind Sicherheitsrisiken im Schwarzen Meer. Die höheren Kosten könnten Moskaus Einnahmen um rund fünf Dollar pro Barrel schmälern.