Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut vier russische Tanker im Schwarzen und Asowschen Meer attackiert. „Die Tanker wurden getroffen“, teilte der Kommandeur der Drohneneinheiten, Robert Browdi, auf Telegram mit. In den vergangenen drei Wochen seien insgesamt 205 Tanker getroffen worden – 130 im Asowschen und 75 im Schwarzen Meer. Parallel dazu geriet Polen ins Visier: Ein Flugobjekt, vermutlich eine russische Rakete vom Typ Kh-101, drang in den polnischen Luftraum ein und stürzte nahe der Ortschaft Tarnawa Kolonia ab. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall löste internationale Besorgnis aus.
Macron verurteilt Angriffe – Polen bestätigt Raketenfund
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine und die Verletzung des polnischen Luftraums auf das Schärfste. „Unsere Unterstützung für die Ukraine und unsere Verbündeten ist unerschütterlich“, erklärte er auf der Plattform X. Sein Beitrag richtete sich an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. Tusk sagte in Lublin: „Alles deutet darauf hin, dass es sich um eine russische Marschflugkörper vom Typ CH-101 handelt. Wir waren bereit, die Rakete abzuschießen, wenn sie weitergeflogen wäre.“ Die polnischen Streitkräfte hatten zuvor Kampfflugzeuge aufsteigen lassen. Der Krater am Absturzort, 90 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, zeugt von der Wucht des Einschlags.
Mindestens acht Tote bei russischer Angriffswelle
In der Nacht zum 30. Juli traf eine massive russische Raketen- und Drohnenwelle die Ukraine. In der Stadt Krywyj Rih wurde ein Wohnhaus einer Großfamilie getroffen – sechs Tote, darunter zwei Kinder im Alter von fünf und zwölf Jahren, sowie acht Verletzte. Aus Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. Insgesamt starben mindestens acht Menschen, mehr als ein Dutzend wurden verletzt. Die Stadt Lwiw im Westen des Landes meldete 15 Verletzte nach einem Raketenangriff. Das russische Verteidigungsministerium gab an, 258 ukrainische Drohnen abgefangen zu haben – ohne Angaben zu getroffenen Zielen.
F-16-Kampfjet abgestürzt – Pilot gerettet
Die Ukraine verlor einen ihrer wertvollen F-16-Kampfjets bei der Abwehr feindlicher Flugobjekte. Der Jet stürzte ab, der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und blieb unverletzt. Die Maschine war Teil der ersten Lieferungen westlicher Kampfjets, die Kiew 2024 erhielt. Mehrere F-16 sind bereits bei riskanten Einsätzen verloren gegangen – jeder Verlust wiegt schwer, da die Ukraine die Jets nicht selbst produzieren kann und noch nicht alle der rund 80 versprochenen Maschinen eingetroffen sind.
Ukrainische Angriffe auf russischen Online-Händler Wildberries
Erneut attackierte die ukrainische Armee den russischen Online-Händler Wildberries. Ein großes Lager in der Region Pensa wurde durch Drohnenbeschuss in Brand gesetzt. Der Gouverneur Oleg Melnitschenko bestätigte mindestens einen Verletzten und die Evakuierung von rund 200 Mitarbeitern. In Rjasan wurde ein Logistikzentrum des Unternehmens getroffen, sechs Verletzte waren die Folge. Die Ukraine zielt systematisch auf Wildberries-Lagerstätten; mindestens sieben wurden zerstört, etwa zehn Prozent der Lagerkapazität gingen verloren. Präsident Selenskyj wirft dem Unternehmen vor, mit Material zu handeln, das für den russischen Angriffskrieg verwendet werde. Der Kreml weist dies zurück. Die russische Sberbank erwägt eine höhere Risikovorsorge, da rund 300 Unternehmen bereits eine Umschuldung ihrer Kredite beantragt haben.
Selenskyj warnt vor neuem Luftschlag – Trump sagt Patriot-Lizenzen zu
Selenskyj warnte vor einem unmittelbar bevorstehenden weiteren schweren russischen Luftangriff. Er berief sich auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs Anatolij Krywonoschko. Gleichzeitig stellte er einen Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew in den kommenden zwei Wochen in Aussicht. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington sagte dieser der Ukraine Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen zu. „Er hat zugesagt, uns die Lizenzen zu erteilen“, so Selenskyj. Die Patriot-Systeme sind das einzige wirksame Mittel gegen russische ballistische Raketen. Zudem haben sich US-Senatoren auf ein neues Sanktionspaket gegen Russland geeinigt, das vor allem die Erdgas- und Ölexporte trifft – eine zentrale Geldquelle für Moskaus Kriegskasse.
Russland: 200.000 Freiwillige – keine Mobilmachung
Der russische Vize-Sicherheitsratschef Dmitri Medwedew gab an, im ersten Halbjahr hätten sich rund 200.000 Freiwillige für den Krieg gemeldet. Gleichzeitig wies er Behauptungen über eine bevorstehende Mobilmachung zurück: „Es handelt sich um Lügen, die der Feind gezielt verbreitet, um die Lage vor der Parlamentswahl im September zu destabilisieren.“ Die Angst vor einer neuen Mobilmachung ist in Russland dennoch weit verbreitet.



