Irankrieg bremst US-Wirtschaftswachstum auf 1,5 Prozent im zweiten Quartal
Irankrieg bremst US-Wirtschaftswachstum auf 1,5 Prozent

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 aufgrund des anhaltenden Irankriegs deutlich schwächer gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg annualisiert um 1,5 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Wachstum von 2,1 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte das BIP noch um 2,1 Prozent zugelegt.

Wachstumseinbruch durch steigende Energiekosten

Die annualisierte Berechnung des US-BIP unterstellt, dass das Wachstum eines Quartals ein ganzes Jahr anhält. Um die Raten mit denen in Europa vergleichbar zu machen, teilt man die US-Rate durch vier – dann ergibt sich für das zweite Quartal ein Wert von etwa 0,375 Prozent. Der Irankrieg, der Ende Februar ausbrach, hat die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben. Die Kosten für Treibstoff sind für Unternehmen und Verbraucher stark gestiegen, was die Konjunktur dämpft. Laut dem Konjunkturbericht „Beige Book“ der US-Notenbank Fed vom Mitte Juli rechnen die befragten Unternehmen mehrheitlich zwar mit weiterem Wirtschaftswachstum, sehen aber eine „größere Unsicherheit“ bezüglich der Treibstoffkosten.

Fed sieht gemischte Signale

Die US-Notenbank Fed hatte in ihrem Mitte Juli veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ erklärt, die Wirtschaft habe sich in jüngster Zeit weiter gut gehalten und sogar leicht belebt. Die Beschäftigung sei gestiegen, und die Inflation habe sich möglicherweise abgeschwächt. Allerdings belasten die hohen Energiekosten die Aussichten. Ein wichtiges Inflationsmaß der Fed, der PCE-Index, sank zuletzt auf 3,7 Prozent. Das liegt immer noch deutlich über dem Zielwert von 2 Prozent. Analysten erwarten, dass die Fed angesichts der Konjunkturabkühlung und der hohen Inflation eine abwartende Haltung einnehmen wird. Die Kombination aus schwächerem Wachstum und erhöhten Preisen stellt die Geldpolitik vor ein Dilemma.

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Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Trotz der Konjunkturschwäche zeigte sich der Arbeitsmarkt robust. Die Fed berichtete von steigender Beschäftigung. Allerdings könnte der Irankrieg auch hier Spuren hinterlassen, da viele Unternehmen aufgrund der hohen Energiekosten ihre Investitionen zurückhalten. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Treibstoffpreise bleibt groß. Sollte der Konflikt anhalten, drohen weitere Belastungen für die US-Wirtschaft. Die nächsten Quartale werden zeigen, ob sich die Konjunktur erholt oder ob die Bremswirkung des Krieges anhält.

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