Ukraine-Krieg: Drohne nahe Flugzeug in Leipzig, 14 Tote in Kiew
Ukraine: Drohnen-Zwischenfall in Leipzig, 14 Tote in Kiew

Bei einem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht zum Mittwoch 14 Menschen getötet und 27 weitere verletzt worden. Das teilte der ukrainische Rettungsdienst auf Telegram mit. Mehrere Lagerhäuser in der Region Kiew wurden beschädigt. Zuvor hatte Bürgermeister Vitali Klitschko von einem Angriff mit ballistischen Raketen gesprochen, während die ukrainische Luftwaffe einräumte, keine der anfliegenden Raketen abgefangen zu haben.

Drohne am Leipziger Flughafen: DHL bestätigt Zwischenfall

Am Leipziger Flughafen ist nach Angaben eines Nato-Sprechers eine Drohne in der Nähe eines ukrainischen Flugzeugs gesichtet worden. Die Polizei habe das Fluggerät in der Nacht gesichert. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen sollen an der Drohne Sprengstoff und ein Zünder befestigt gewesen sein, wie die „Bild“ zuerst berichtete.

Der Logistikkonzern DHL bestätigte einen Vorfall. „Es gab in der letzten Nacht einen Zwischenfall in Leipzig“, sagte DHL-Chef Tobias Meyer am Mittwoch in einem Mediengespräch. „Das hatte betriebliche Auswirkungen“, fügte er hinzu, die „durchaus spürbar“ seien. Eine DHL-Maschine sei kurz nach dem Start in Leipzig mit einem unbekannten Gegenstand kollidiert, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Das Flugzeug habe sicher in Hannover landen können.

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Ukrainische Flugabwehr überfordert: 24 ballistische Raketen nicht abgefangen

Die ukrainische Flugabwehr hat bei dem Angriff auf Kiew keine der anfliegenden Raketen abfangen können. Die Luftwaffe in Kiew teilte mit, dass Russland 24 ballistische Raketen vom Typ Iskander-M, umfunktionierte S-400-Raketen sowie vier Hyperschallraketen vom Typ Zirkon eingesetzt habe. Keine davon wurde als abgewehrt gemeldet. Von 115 angreifenden Drohnen verschiedener Typen seien 98 abgefangen worden.

Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte erneut den Mangel an Flugabwehrwaffen. „Abfangmunition für ballistische Raketen hätte die Leben derjenigen retten können, die heute getötet wurden“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Jede verspätete Lieferung und jede Weigerung, Raketenabwehr bereitzustellen, führe zu Tod und Zerstörung.

Nordkorea verlegt Raketeneinheit nach Westrussland

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes hat eine nordkoreanische Raketeneinheit mit der Verlegung in den Westen Russlands begonnen. Die Einheit könne mit 120 ballistischen Raketen und sechs Startrampen ausgerüstet werden, erklärte Andrij Tschernjak vom Militärgeheimdienst. Rund 90 nordkoreanische Soldaten sollen in der westrussischen Region Woronesch stationiert werden.

Russland hat seit Ende 2023 bereits zahlreiche nordkoreanische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Entsendung einer eigenen Einheit wäre eine Ausweitung der militärischen Zusammenarbeit. Beide Länder hatten 2024 einen Verteidigungspakt unterzeichnet. Nordkorea hat zudem Millionen Artilleriegranaten geliefert und 14.000 Soldaten in die Region Kursk entsandt.

Russland attackiert Schiffe und Logistikzentren

Das russische Verteidigungsministerium meldete, dass drei Frachtschiffe nahe Odessa beschädigt wurden. Zudem seien in Kiew und Umgebung mehrere Logistikzentren und Versorgungseinrichtungen angegriffen worden, die für militärische Zwecke genutzt worden seien.

In der russischen Region Tula ist bei einem ukrainischen Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries in Brand geraten. Ein Mensch wurde verletzt, teilte Gouverneur Dmitri Miljajew mit. Wildberries bestätigte den Angriff und erklärte, die Beschäftigten seien in Sicherheit gebracht worden, die Lieferströme würden umgeleitet.

Weitere Vorfälle: Schüsse auf der Krim und Angriffe auf Lagerhäuser

Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat ein Soldat das Feuer auf Kameraden und Zivilisten eröffnet und vier Menschen getötet. Vier weitere wurden verletzt, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, mit. Der Schütze wurde festgenommen.

Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Lagerhäuser sind in der Nacht zum Dienstag fünf Menschen ums Leben gekommen. In der Region Moskau habe eine Drohne in Tschechow ein Lagerhaus in Brand gesetzt, sagte Gouverneur Andrei Worobjow. Bei weiteren Attacken bei St. Petersburg und in der Region Twer wurden Einrichtungen von Wildberries getroffen, ohne Tote oder Verletzte.

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Getreideexporte bedroht: Ukraine warnt vor globalen Folgen

Wegen der russischen Angriffe auf Schwarzmeerhäfen muss die Ukraine auf alternative Exportrouten ausweichen. Diese dürften jedoch frühestens Ende August die erforderliche Kapazität erreichen und nur rund die Hälfte der bisherigen Ausfuhrmengen bewältigen, sagte Landwirtschaftsminister Taras Wyssozkyj der Nachrichtenagentur Reuters. Seit fast zwei Wochen seien keine Schiffe mehr in die Häfen rund um Odessa eingelaufen.

Die direkten Verluste für den Agrarsektor könnten sich auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar belaufen. Als Ausweichroute gilt der Schienenverkehr, da die Donauschifffahrt wegen niedriger Wasserstände eingeschränkt ist. Die alternativen Wege verursachen zusätzliche Kosten von 45 bis 50 Dollar pro Tonne. Die Preise für Getreide und Ölsaaten seien im Inland bereits um durchschnittlich 30 Prozent eingebrochen.

Wyssozkyj warnte vor einem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise, falls Russland den Schiffsverkehr weiter blockiere. Er rief die Verbündeten auf, bei der Sicherung des Schwarzen Meeres zu helfen.