Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die russische Infrastruktur fortgesetzt. Im Asowschen Meer wurden nach Angaben des ukrainischen Drohnenkommandeurs Robert Browdi zehn Tanker attackiert. Damit seien in dieser Woche fast 50 Tanker in der Region beschädigt worden. Zudem trafen ukrainische Drohnen in der Nacht fünf Umspannwerke auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim. Der ukrainische Generalstab meldete auch erneute Angriffe auf die Ilski-Ölraffinerie in der Schwarzmeer-Region Krasnodar und den Ölverarbeitungskomplex Ust-Luga an der Ostsee in der Region Leningrad. Ein Ölterminal und ein Öllager in der Grenzregion Rostow am Asowschen Meer wurden ebenfalls ins Visier genommen. Die Ukraine hat ihre Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Russland und auf der Krim in den vergangenen Wochen verstärkt, was in Russland zu Treibstoffengpässen und auf der Krim zur Ausrufung des Ausnahmezustands führte.
IEA senkt Prognose für russische Ölförderung
Die Internationale Energieagentur (IEA) senkte ihre Prognose für die russische Ölförderung in diesem Jahr um 85.000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 8,8 Millionen Barrel pro Tag. Grund seien die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Raffinerien, Lager und Transportinfrastruktur. Die russische Benzinproduktion fiel nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf rund 65 Prozent des saisonal üblichen Verbrauchs. Um die Engpässe im Inland zu bekämpfen, verhängte Russland ein Exportverbot für Diesel sowie Ausfuhrbeschränkungen für Benzin und Kerosin.
Russland weitet Pufferzone in der Ukraine aus
Der russische Präsident Wladimir Putin ist laut Kremlsprecher Dmitri Peskow weiterhin offen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts. Als Reaktion auf eine Eskalation seitens Kiew richte Russland jedoch eine ausgedehntere Pufferzone in der Ukraine ein. Peskow reagierte damit auf einen Reuters-Bericht, wonach jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien und Häfen Putin in seiner Entschlossenheit bestärkt haben. Da die Ukraine derzeit kein Interesse an Verhandlungen zeige, setze Russland seinen Militäreinsatz fort.
Kiew: Russische Verluste hoch, Eroberungstempo halbiert
Das russische Militär hat nach Angaben aus Kiew im ersten Halbjahr 2026 trotz hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im Vorjahreszeitraum. Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj schrieb bei Telegram, Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber praktisch keins seiner Ziele erreicht. Unabhängige Militäranalysten bestätigen das schleppende Vorankommen der russischen Truppen. Syrskyj bezifferte die monatlichen russischen Verluste auf knapp 32.000 Tote oder Schwerverwundete. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.
Feuer in russischer Ölraffinerie Ilski gelöscht
Ein nach einem Drohnenangriff ausgebrochenes Feuer in der russischen Ölraffinerie Ilski in der Oblast Krasnodar ist gelöscht worden. Das teilten die örtlichen Behörden mit. Krasnodar liegt am Schwarzen Meer und ist über die Krim-Brücke mit der ukrainischen Halbinsel Krim verbunden. Zudem meldete Russland Brände in Energieanlagen in der Region Rostow, wo die Feuerwehr zwei Treibstofflager und den Seehafen von Taganrog löschte. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftverteidigung habe in der Nacht 376 ukrainische Drohnen abgeschossen.
Selenskyj: Grundsatzeinigung mit USA über Patriot-Produktion
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte eine Grundsatzeinigung mit den USA über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen an. Lieferungen der PAC-3-Raketen sollen in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem liefen Gespräche über die gemeinsame Produktion von Drohnen. Mit europäischen Verbündeten plane die Ukraine die Entwicklung eines eigenen, kostengünstigeren Raketenabwehrsystems, wozu in Kürze ein Treffen in Frankreich stattfinden solle.
Russische Saratow-Raffinerie stoppt Betrieb
Die russische Ölraffinerie Saratow hat nach einem Drohnenangriff die Verarbeitung eingestellt. Insidern zufolge trafen Drohnen die einzige Rohöldestillationsanlage des Werks. Das Werk verarbeitete 2024 5,8 Millionen Tonnen Öl, was 2,2 Prozent der gesamten russischen Verarbeitungsmenge entspricht. Dabei produzierte es 1,2 Millionen Tonnen Benzin, 1,9 Millionen Tonnen Diesel und eine Million Tonnen Heizöl.
Peskow warnt vor Flugverbotszone über der Ukraine
Kremlsprecher Dmitri Peskow warnte vor der Einrichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine. Jeder Versuch in diese Richtung würde einem aktiven Nato-Militäreinsatz auf ukrainischem Gebiet gleichkommen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, er würde eine Flugverbotszone einrichten, „falls sie nötig ist“. Putin sei zu einem weiteren Telefonat mit Trump bereit.
Ukraine zu Nord Stream: Keine Belege für staatliche Verwicklung
Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben bislang keine Belege für eine Verwicklung staatlicher Stellen in die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines 2022 gefunden. Die Ermittlungen liefen aber weiter, und man arbeite mit deutschen Stellen zusammen. In Deutschland wurde Anklage gegen den ukrainischen Ex-Soldaten Serhij K. erhoben, den die Bundesanwaltschaft für den Organisator der Sprengungen hält.



