Ukraine greift russisches Logistikzentrum an – Selenskyj hofft auf Patriot-Lizenzen
Ukraine greift russisches Logistikzentrum an – Selenskyj hofft auf Patriot

Die Ukraine hat in der Nacht zu Mittwoch ein großes Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Wildberries in der Stadt Rjasan sowie eine Raffinerie angegriffen. Der Gouverneur der Region, Pawel Malkow, bestätigte einen massiven Drohnenangriff, bei dem Trümmer Brände in Industriebetrieben auslösten. Es gab sechs Verletzte. Über dem Gebiet seien 45 feindliche Drohnen abgewehrt worden, teilte Malkow mit. Der Angriff war Teil einer koordinierten Aktion, bei der die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mehrere Ziele in Russland traf, darunter eine Ölraffinerie in der Region Perm, ein Exportterminal in Rostow und einen Stützpunkt der Schwarzmeerflotte auf der Krim.

Selenskyj stellt Besuch von US-Sondergesandten in Kiew in Aussicht

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner möglicherweise in den kommenden zwei Wochen zu Beratungen nach Kiew kommen. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal „Axios“ sagte Selenskyj: „Es ist möglich, dass Witkoff und Kushner in den kommenden zwei Wochen zu Beratungen nach Kiew kommen.“ Er bemühe sich zudem vor dem Winter um 300 Patriot-Luftabwehrraketen, da er eine verstärkte russische Offensive gegen die ukrainische Energieinfrastruktur erwarte. Selenskyj hatte sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump in Washington getroffen, wo es um die Wiederbelebung der Friedensverhandlungen und die Stärkung der Luftabwehr ging. Trump habe zugestimmt, der Ukraine Lizenzen für die Produktion von Patriot-Raketen zu erteilen, so Selenskyj.

Russland bereitet Verlängerung von Diesel-Exportverbot vor

Insidern zufolge bereitet Russland eine Verlängerung seines Exportverbots für Diesel um einen Monat vor, als Reaktion auf anhaltende ukrainische Angriffe auf Öl-Anlagen. Zwei mit den Beratungen vertraute Personen teilten Reuters am Mittwoch mit, die Beschränkung könnte jedoch Mitte August aufgehoben werden, falls sich die Versorgungslage im Inland verbessere. Das Energieministerium äußerte sich zunächst nicht. Die Regierung in Moskau hatte das Verbot am 8. Juli zunächst bis zum 31. Juli in Kraft gesetzt, nachdem ukrainische Drohnenangriffe zu Treibstoffengpässen geführt hatten. Vize-Ministerpräsident Alexander Nowak hatte erklärt, dass die Beschränkungen für Benzin-Exporte bis zum Jahresende verlängert würden, während das Diesel-Exportverbot aufgehoben werde, sobald sich der heimische Markt erhole.

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Armeechef plant Ausweitung der ukrainischen Luftangriffe

Der neue ukrainische Oberkommandierende Mychajlo Drapatyj hat erstmals mit dem Chef der Nato-Truppen in Europa, Alexus Grynkewich, telefoniert. In dem Gespräch legte Drapatyj seine Vorstellungen für einen Sieg über Russland dar und betonte die Notwendigkeit, die ukrainischen Angriffe auf das russische Hinterland auszuweiten. „Wir müssen das Einsickern russischer Truppen in die ukrainischen Verteidigungslinien verhindern“, schrieb Drapatyj in sozialen Netzwerken. Die Ausweitung der Luftangriffe zielt darauf ab, die russische Logistik und Treibstoffversorgung zu stören.

Moskau setzt Telegram-Gründer Durow auf Fahndungsliste

Russland hat den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, international zur Fahndung ausgeschrieben. Der Inlandsgeheimdienst FSB erklärte, Telegram habe Kanäle und Chats nicht entfernt, die von ukrainischen Geheimdiensten und terroristischen Organisationen genutzt würden. Durow wird Unterstützung von Terrorismus vorgeworfen. Der Dienst gehört zu den meistgenutzten Messengern in Russland. Durow hatte bereits Ende Februar erklärt, Russland habe ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet.

US-Senatoren einigen sich auf Gesetz zu mehr Russland-Sanktionen

US-Senatoren von Republikanern und Demokraten haben sich auf ein Gesetz geeinigt, das Russland durch neue Sanktionen unter Druck setzen soll. Das Gesetz trägt den Namen des verstorbenen Senators Lindsey Graham und setzt vor allem bei Erdgas- und Ölexporten an. Es berechtigt den US-Präsidenten, die fünf größten Käufer russischer Energieträger sowie die fünf Länder, die Russland helfen, Sanktionen zu umgehen, mit Strafen zu belegen. Dies könnte die Handelsbeziehungen zu China und Indien belasten.

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