Russland hat wegen ukrainischer Angriffe auf Raffinerien ein Exportverbot für Diesel verhängt. Die Maßnahme gilt seit dem 8. Juli, wie Vize-Premier Alexander Nowak bei einer Regierungssitzung mit Kremlchef Wladimir Putin erklärte. „Die Lage bei Kraftstoffen bleibt schwierig“, sagte Nowak. Die Produktion sei erzwungenermaßen reduziert worden, die Lieferwege hätten sich verändert. Um die Versorgungslücke zu schließen, kündigte Nowak Importe von Ölprodukten und die Nutzung minderer Umweltklassen an.
Trumps Patriot-Angebot: Viele offene Fragen
US-Präsident Donald Trump will der Ukraine die Fertigung von Patriot-Abfangraketen erlauben. Militärexperte Gustav Gressel von der Landesverteidigungsakademie in Wien sagte dem Tagesspiegel: „Da ist vieles unklar. Erstens, ob es sich um PAC-2 oder PAC-3 handeln soll. Zweitens, ob es schon Verhandlungen im Hintergrund gab, oder ob das eine Laune Trumps war.“ Er verwies auf die Lizenzfertigung von PAC-2 in Deutschland, die 2022 vereinbart wurde und deren erste Raketen erst 2027 vom Band laufen sollen. Die Finanzierung der ukrainischen Produktion ist ebenfalls ungeklärt.
Selenskyj: PAC-3-Paket reicht nicht aus
Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge erhält die Ukraine zeitnah ein neues Paket mit PAC-3-Abfangraketen, jedoch sei dies für einen wirksamen Schutz vor russischen ballistischen Angriffen nicht ausreichend. Kyjiw ringe weiter um kleine Mengen von 10 bis 20 Raketen. Daher arbeite die Ukraine mit den USA und europäischen Partnern an einer Alternative namens Freya, die unter ukrainischer Führung entwickelt werden soll. Bis zu sieben Länder mit Produktionskapazitäten könnten beteiligt sein.
Ukrainische Angriffe auf russische Tanker und Öldepots
Die Ukraine griff in der Nacht zwölf russische Tanker im Asowschen Meer sowie einen Schlepper und ein Frachtschiff an, wie der Generalstab mitteilte. Die Schiffe dienten der Versorgung des Militärs und transportierten Öl unter Umgehung von Sanktionen. Ziel sei die Isolierung der besetzten Krim. Zudem setzten ukrainische Drohnen zwei Öldepots in den Regionen Twer und Stawropol in Brand. Gouverneur Wladimir Wladimirow räumte ein, dass die Flammen auf Brennstoffreservoirs übergegriffen hätten; Straßen müssten evakuiert werden.
ISW: Russland könnte Patriot-Mangel ausnutzen
Das Institute for the Study of War (ISW) warnt, Russland könne seine Angriffe mit ballistischen Raketen verstärken, bevor die Ukraine eine eigene Patriot-Produktion aufbaut. Die ukrainische Luftabwehr habe weiterhin erhebliche Probleme bei der Abwehr ballistischer Raketen. Trump hatte erklärt, die Produktion könne innerhalb von zwei bis drei Monaten anlaufen, doch das ISW weist auf Abhängigkeiten von Komponenten und der Produktionskette hin.
Nato-Gipfel: Milliardenhilfe und diplomatische Signale
Die Nato-Verbündeten sagten der Ukraine für 2026 Unterstützung in Höhe von 70 Milliarden Euro zu, für 2027 mindestens denselben Betrag. Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk nannte dies ein „wichtiges Signal“: „Es zeigt sowohl den Ukrainern als auch Russlands Präsident Wladimir Putin, dass die Nato einig bleibt.“ Russland verurteilte die Zusagen als „verantwortungslos“ und warf den europäischen Staaten vor, sich auf einen bewaffneten Konflikt vorzubereiten.
Russischer FSB vereitelt angeblich Anschläge
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB gab an, mehrere von der Ukraine mit Drohnen geplante Anschläge in Moskau vereitelt zu haben. Sie hätten ranghohen Offizieren und einem Rüstungsunternehmen gegolten. Der FSB behauptete eine direkte Beteiligung westlicher Geheimdienste, ohne Belege zu nennen.
Polen und Ukraine: Dialog über Weltkriegsvergangenheit
Am Rande des Nato-Gipfels trafen Präsident Selenskyj und der polnische Präsident Karol Nawrocki zusammen, um den Streit um die Benennung einer ukrainischen Einheit nach der UPA zu besprechen. Nawrocki erklärte, eine Klärung sei nicht gelungen; die Ukraine schränke durch die Verwendung der UPA-Symbolik ihre Zukunft in der EU ein. Selenskyj betonte die fortgesetzte Bedrohung durch Russland.
Tote bei russischen Angriffen in Kiew und Odessa
In Kiew starben durch russische Drohnenangriffe mindestens drei Menschen, zehn wurden verletzt. Einschläge trafen ein Hochhaus und eine Gasverteilstation. In Odessa kamen zwei Menschen durch einen Raketenschlag ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor vor ballistischen Raketen gewarnt.



