Opferzahlen im Ukraine-Krieg übersteigen Stalingrad
Eine neue Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS) belegt, dass die Opferzahlen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine die der historischen Schlacht von Stalingrad übertroffen haben. Insgesamt gibt es demnach rund zwei Millionen Opfer auf beiden Seiten, darunter 1,4 Millionen auf russischer Seite. Von diesen wurden 450.000 Soldaten getötet.
Russische Verluste achtmal höher als ukrainische
Die Studie zeigt ein drastisches Ungleichgewicht: Mittlerweile sterben achtmal so viele russische wie ukrainische Soldaten. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 haben die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übertroffen. Während das Verhältnis anfangs bei zwei bis drei zu eins lag, hat es sich nun auf acht zu eins verschärft. Grund dafür ist laut CSIS die russische Abnutzungsstrategie, die auf hohe Verluste setzt, um die Ukraine zu zermürben.
Ursachen für die hohen russischen Verluste
Die Forscher führen die hohen Verluste auf mehrere Faktoren zurück: unzureichende Ausbildung, niedrige Motivation und hohe Korruption in den russischen Truppen. Zudem setzt die Ukraine auf eine Verteidigung in der Tiefe mit Schützengräben, Artillerie und Hindernissen. Entscheidend ist der Einsatz von KI-gesteuerten Drohnen: Schätzungsweise 90 Prozent der russischen Toten gehen auf Drohnenangriffe zurück, so das CSIS-Team. Dichte Minenfelder entlang der 20 Kilometer tiefen Frontlinie fordern weitere Opfer.
Russland kann Verluste nicht mehr ausgleichen
Die hohen Verluste können durch neue Rekrutierungen nicht mehr ausgeglichen werden. Pro Monat fehlen zwischen 3.000 und 7.000 Soldaten an der Front. Hinzu kommt, dass Russland seit Anfang 2026 keinen Zugriff mehr auf das US-Satellitennetzwerk Starlink hat. Betreiber Elon Musk hatte den Zugang blockiert, nachdem Russland die Technik zuvor für gezielte Angriffe genutzt hatte. Die Ukraine nutzt Starlink weiterhin zur Verteidigung.
Langsamer Vormarsch und Gegenoffensive
Russland kontrolliert zwar noch 20 Prozent der Ukraine, der Vormarsch verlangsamt sich auf 50 bis 90 Meter pro Tag. Seit Frühjahr 2026 gelingt es den ukrainischen Streitkräften, Gelände zurückzugewinnen. Ein baldiges Kriegsende sehen die Forscher nicht.



