Ukrainische Soldaten retten Katzenbabys per Drohne
In der Region Saporischschja haben Soldaten der ukrainischen Streitkräfte fünf kleine Katzenbabys aus der Gefahrenzone der Frontlinie gerettet – und zwar mit einer Drohne. Die Aktion trug den Namen „Operation Miau-Miau“.
Gefahr für die Tiere und die Soldaten
Die Soldaten entschieden, dass es für die Vierbeiner zu gefährlich sei, in der Nähe der Frontlinie zu bleiben. Zudem hätten die Tiere unbeabsichtigt die Positionen der ukrainischen Verteidiger verraten können. Die vorgeschobenen Stellungen bei Mala Tokmatschka waren auf dem Landweg nicht erreichbar, weshalb eine Alternative hermusste.
Drohnen-Taxi für die Katzenbabys
Am 8. Juni flogen die Soldaten die Katzenbabys mit einer schweren Vampir-Drohne aus. Die kleinen Katzen wurden in einen festen Sack gesetzt und unter die Drohne gehängt. So kamen die schnurrhaarigen Passagiere einigermaßen komfortabel von der Front in Sicherheit – eine Strecke von rund zwölf Kilometern. Die Mission erforderte besonders präzises Fliegen, doch alles ging gut. Am Ziel angekommen, nutzten die flauschigen Vierbeiner die Drohne sofort als Kletterobjekt.
Die Rettung aus Sicht der Soldaten
Ein Soldat der 118. selbstständigen mechanisierten Brigade, die die Operation organisierte, sagte: „Wenn verschiedene Brigaden die Arbeit schwerer Hexacopter-Drohnen wie die Vampir präsentieren, zeigen sie meist nächtliche Abwürfe (von Sprengsätzen), die Zerstörung gepanzerter Fahrzeuge, das Ausbrennen von Unterständen oder die Lieferung von Nachschub. Unsere Geschichte ist jedoch völlig anders – sie handelt von Rettung.“
Schicksal der Tiere im Krieg
Nicht alle Tiere in der Ukraine haben so viel Glück. Die unaufhörliche Zerstörung hat unzählige Haustiere herrenlos gemacht. Viele Familien auf der Flucht waren gezwungen, ihre geliebten Begleiter zurückzulassen – auch weil viele Tiere die EU-Vorgaben für Impfungen, Mikrochips und Tollwuttests nicht erfüllten. Ukrainer haben deshalb Tierheime und Rettungsnetzwerke aufgebaut. Soldaten adoptieren oft streunende Tiere an der Front. Laut UAnimals, einer der größten Tierschutzorganisationen der Ukraine, wurden seit Beginn der russischen Vollinvasion mehr als 10.000 Tiere evakuiert.
Zu den geretteten Tieren gehören Katzen, Hunde, Tiger, Kamele, Pferde, Kühe, Waschbären, Wölfe, Esel, Stachelschweine, Lemuren, Schafe und sogar Bienen. Vor allem Katzen sind entlang der Front allgegenwärtig. Man sieht sie an Kontrollpunkten umherstreifen, in zerbombten Gebäuden Schutz suchen oder sich neben verwundeten Patienten in Notlazaretten zusammenrollen – stets bereit für eine Streicheleinheit hinter den Ohren.



